Lehrlingsausbildung: Mitterlehner gegen österreichweite "Strafsteuer" für Betriebe

Wirtschaftskammer verlangt Refundierung der Berufsschulzeiten an die Betriebe im Rahmen einer Senkung der Lohnnebenkosten

Wien (PWK546) "Die dramatische Prognose, die SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer in Bezug auf den Lehrstellenmarkt vorlegt, ist nicht seriös. Das ist die übliche sommerliche Panikmache der SPÖ. Das tatsächliche Verhältnis zwischen Lehrstellensuchenden und offenen Lehrstellen ist erst im September sichtbar. Viele Jugendliche melden sich etwa vor dem Sommer für eine Lehrstelle an, bleiben im Herbst dann aber doch in einer Schule." Reinhold Mitterlehner, Generalsekretär- Stellvertreter der Wirtschaftskammer Österreich, anerkennt, dass die SPÖ zwar einige Vorschläge des 15-Punkte-Programms "Der Jugend eine Chance" der Wirtschaftskammer Österreich für eine zukunftsorientierte Lehrlingsausbildung wie etwa ein Nachholen des Pflichtschulabschlusses oder die Förderung von Ausbildungsverbünden nun übernommen hat. Er kritisiert aber, dass die SPÖ nach wie vor an einer "Strafsteuer" für Betriebe festhält:
"Viele Unternehmen können aufgrund ihrer Größe gar keine Lehrlinge ausbilden. Sie würden durch die Einrichtung eines Lehrlingsfonds, in den sie einzahlen müssen, echt bestraft. Statt dessen sollten ausbildungsfähige Betriebe Anreize erhalten. Die Wirtschaft schlägt daher statt einer bürokratischen Fondslösung die Refundierung der Berufsschulzeiten an die Ausbildungsbetriebe im Rahmen einer umfassenden Lohnnebenkostensenkung vor."

Mitterlehner erinnert daran, dass die Wirtschaftskammer laufend an der Erstellung neuer bzw. an der Aktualisierung bestehender Lehrberufe arbeitet ("Mit 1. Juli 2002 wurden 10 Lehrberufe entweder eingeführt oder modernisiert"), seit April dieses Jahres eine Online-Lehrstellenbörse anbietet und in vielen Pflichtschulen in den vergangenen Wochen Gratis-Berufsinformationen durchgeführt hat. Die Wirtschaftskammer, so Mitterlehner, tue alles, damit im Herbst kein geeigneter Jugendlicher ohne Lehrstelle oder anderer Ausbildungsmöglichkeit auf der Strasse steht: "Wenn Gusenbauer jetzt aber nach regionalen Jugendbeschäftigungsgipfeln ruft, so muss er sich vor allem an den Wiener SPÖ-Bürgermeister Michael Häupl wenden. Denn in der Bundeshauptstadt gibt es derzeit die größten Probleme. Gusenbauer sollte nicht versuchen, von den Problemen in Wien abzulenken. Entschließt sich Bürgermeister Häupl, den Wiener Ausbildungsbetrieben eine Unterstützung bei der Lehrlingsausbildung -etwa einen Berufsausbildungsscheck für Lehrbetriebe - zu gewähren, wären mit einem Schlag viele Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt." (RH)

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