Prammer zu Kindergeld: Haupt sagt nur die halbe Wahrheit

Wien (SK) "Haupt sagt den Frauen nur die halbe Wahrheit und schlägt daraus politisches Kapital - das ist nicht nur wissenschaftlich unseriös, sondern eine Täuschung der Frauen, die ihre Lebensplanung darauf aufbauen", erklärte am Mittwoch SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende Barbara Prammer gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Die heute von Haupt präsentierte erhobene Zufriedenheit der Frauen mit dem Kindergeld ergebe sich, so Prammer, "ganz wesentlich aus der Tatsache, dass die Schwierigkeiten beim Wiedereinstieg nach langer Berufsunterbrechung schlicht verschwiegen wurden", ist Prammer überzeugt und forderte ein Maßnahmenpaket, "das den Frauen wirklich etwas bringt", ein flexibles Karenzrecht, einkommensabhängiges Karenzgeld und bessere Wiedereinstiegsmaßnahmen. ****

"Wenn mehr als 90 Prozent der Frauen planen, bis zum sechsten Lebensjahr des Kindes wieder in den Beruf zurückzukehren, muss man diesen Frauen auch sagen, dass die Chancen nach einer so langen Berufsunterbrechung selbst bei verbesserten Wiedereinstiegsmaßnahmen und deren optimalen Ausnützung sehr schwierig ist", betonte Prammer.

Eine klare Aussage würden die von Haupt präsentierten Zahlen auch dazu geben, dass der Wunsch, länger aus dem Beruf auszusteigen, seit Einführung des Kindergeldes massiver wurde. "Natürlich wollen die Frauen beides: Kinder und Beruf. Aber hier wird den Frauen von der Regierung vorgegaukelt, sie könnten bis zu sechs Jahren Zuhause bleiben, und danach trotzdem wieder einen adäquaten Job haben", umriss Prammer die Problematik. Haupt würde diese "Lebenslüge, mit der die Frauen betrogen werden" auch noch durch das "hartnäckige Negieren der Notwendigkeit des Ausbaus von Kinderbetreuungsplätzen und Wiedereinstiegsmaßnahmen in Beton gießen". Die Dramatik dieser Politik, so Prammer, wird erst in zwei bis drei Jahren sichtbar sein, wenn die jungen Mütter einen Arbeitsplatz suchen.

"Für die erste Zeit mit ihrem Kind brauchen die Eltern anderes als bloße Finanzleistungen", betonte Prammer. So sei ein einkommensabhängiges und flexibles Karenzrecht zur rechtlichen und finanziellen Absicherung der ersten Jahre nötig. Es sei kein Zufall, dass Österreich zwar zu den Ländern mit der höchsten Familienförderung zähle, aber trotzdem gerade Familien besonders von Armut betroffen sind. "Alles in allem: Der Minister bleibt den Frauen wieder einmal vieles schuldig", so Prammer abschließend. (Schluss) up

Rückfragen & Kontakt:

Pressedienst der SPÖ
Tel.: (++43-1) 53427-275
http://www.spoe.at

OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK/SK8