Neue Wende im Krimi um das Rubens-Bild: Betrugsanzeige

Staatsanwalt ermittelt vorerst gegen "unbekannte Täter”

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, liegt der Staatsanwaltschaft Wien nun eine anonyme Anzeige in der Causa des um 77,3 Millionen Euro verkauften Rubens-Bild aus Österreich vor. Die Vorwürfe richten sich gegen "unbekannte Täter” und zwar im Zusammenhang mit den Strafdelikten "Täuschung” und "schwerer Betrug”.

Die Anzeige, die offenbar aus rechtskundigen Kunstkreisen kommt und NEWS vorliegt, beschäftigt sich detailliert mit den Vorgängen rund um den Verkauf des Bildes. Zitat aus dem Papier: "Es besteht der dringende Verdacht, dass Sotheby’s schon vor der Ausfuhr des Bildes über den wahren Wert des Kunstwerkes Bescheid wusste, und sohin damit rechnen konnte, dass das Exponat einen wesentlich höheren Verkaufswert erzielen würde.” Der oder die Anzeiger beziehen sich auf ein Aussage des Rubens-Experten von Sotheby’s-London, George Gordon, der zum Fall gesagt hatte, er hätte schon vor der Ausfuhr erkannt, dass das dem Maler "Jan van den Hoecke” zugeschriebene Bild falsch deklariert sei. Ich hatte die Hoffnung, es sei ein Rubens - oder ein anderer Schüler von ihm.”

Dadurch jedenfalls sei, so die Anzeige, das Bundesdenkmalamt und damit der Staat Österreich getäuscht worden. Später habe man für den "neu qualifizierten Rubens” bei Sotheby’s eine Kommission von 9,34 Miillionen Euro lukriert, was, so die Anzeige, einem "schweren Betrug” gleichkäme.

Oberstaatsanwalt Helmut Kellner hat die Anzeige bereits zur Bearbeitung an die Polizei weitergeleitet und sagt in NEWS: "Wenn die Vorwürfe stimmen, könnte der Tatbestand der Täuschung und des Betruges vorliegen.” Andrea Jungmann hingegen, Chefin von Sotheby’-Wien, wehrt sich im NEWS-Intervew vehement gegen die Anschuldigungen: "Diese Unterstellung entbehrt jeglicher Grundlage. Wir arbeiten seriös und gesetzenskonform.” Empört zeigt sich auch Karl Schütz, Direktor des Kunsthistorischen Museums in Wien: "Man hätte zumindest versuchen können, in Österreich einen Käufer zu finden.”.

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OTS0113 2002-07-24/13:01

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