SPÖ präsentiert 10-Punkte-Programm zur Lehrlingsausbildung (2)

Heinisch-Hosek erinnert Bartenstein an Versprechen

Wien (SK) "Die SPÖ wird Wirtschafts- und Arbeitsminister Bartensteins Versprechen, dass jeder Jugendliche einen Arbeitsplatz bekommt, sehr genau beim Wort nehmen", sagte SPÖ-Jugendsprecherin Gabriele Heinisch-Hosek am Mittwoch in einer Pressekonferenz in Wien. Derzeit sei man von diesem Ziel leider noch weit entfernt. Vor diesem Hintergrund präsentierte Heinisch-Hosek gemeinsam mit SPÖ-Vorsitzendem Alfred Gusenbauer und dem SPÖ-Abgeordneten Franz Riepl ein 10-Punkte-Programm für Lehrlinge, das faire Chancen für Jugendliche gewährleisten soll. "Anstelle über 18 bis 24 Abfangjäger zu diskutieren, sollte man lieber über die Ausbildungschancen der 18 bis 24 Jährigen diskutieren", bemerkte Riepl. ****

Heinisch-Hosek sagte, die SPÖ habe "alternative und gute Vorschläge" für Lehrstellensuchende. Als ersten Punkt forderte die SPÖ-Jugendsprecherin daher eine bessere Berufs- und Bildungsberatung für Jugendliche. Da in der Schule in beruflicher Hinsicht wichtige Weichenstellungen erfolgen, sollte die Berufs- und Bildungsorientierung bereits ab der 1. Klasse Hauptschule und AHS erfolgen. Zudem sei es in diesem Zusammenhang notwendig, "Mädchen für technische Berufe zu begeistern", so die SPÖ-Abgeordnete. Heinisch-Hosek wies darauf hin, dass in Österreich ca. fünf Prozent der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss verlassen würden. Ohne Schulabschluss würden diese Gefahr laufen, arbeitslos zu werden. Um diesem Risiko entgegen zu wirken, sei es als Mindestvoraussetzung für den Berufseinstieg erforderlich, den Schulabschluss kostenfrei nachzuholen, so Heinisch-Hosek. Ebenso sollten Studienberechtigungs-und Berufsreifeprüfungen gebührenfrei sein.

Die SPÖ-Jugendsprecherin bekräftigte, dass es "ein Recht auf Bildung gibt". Auf Grund der momentanen Situation am Lehrstellenmarkt sei die Politik gefordert. So müssten dem AMS die finanziellen Mitteln zur Verfügung gestellt werden, so dass dieses sowohl die persönliche Beratung als auch die Qualifizierungsmaßnahmen aufrecht erhalten könne. "85 Prozent der Lehrlinge werden in kleinen und mittleren Unternehmen ausgebildet", sagte Heinisch-Hosek. Die finanzielle Situation für diese Betriebe sei "aber nicht rosig". Um diese zu entlasten, plädierte Heinisch-Hosek dafür, dass jene Betriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, einen Beitrag in einen Lehrlingsfonds zahlen sollten. Außerdem forderte Heinisch-Hosek, die Situation der Lehrstellendsuchenden "mit allen Beteiligten, den Sozialpartnern, den Schulen und der Politik zu besprechen", um so "zeitgerecht für die Jugendlichen zu entscheiden, was zu tun ist".

Riepl unterstrich, dass "sich tausende Jugendliche über die Situation am Lehrstellenmarkt Sorgen machen". Es sei deshalb Zeit, etwas gegen die prekäre Lage zu unternehmen. Dabei gehe es jedoch "nicht nur um Quantität, sondern auch um Qualität", so der SPÖ-Abgeordnete. Mit einem Modulsystem in der Ausbildung würde "eine flexible Ausbildung als Antwort auf die Schmalspurausbildung" erreicht. Da "ein Betrieb nicht alle beruflichen Anforderungen vermitteln kann", so Riepl, sollte es zu einem "Verbund von Ausbildungsbetrieben" kommen. Dadurch würde die Möglichkeit bestehen, einen Teil der Ausbildung in anderen Betrieben zu absolvieren.

"Die Wirtschaft befindet sich in einem ständigen Wandel", sagte der SPÖ-Abgeordnete. Die Grundausbildung der Lehrlinge müsse sich daher ebenso wandeln. Diese dürfe keine Schmalspurausbildung sein, sondern müsse sich vor allem auf den Bereich der High-Tech-Berufe konzentrieren, so Riepl. Den Berufsschulen komme in dieser Situation die Funktion zu, "nicht nur theoretisches Beiwerk zur praktischen Ausbildung" zu sein, sondern neben den Schlüsselqualifikationen auch andere Qualifikationen, wie rhetorische Kompetenz und Teamarbeit, anzubieten. In diesem Zusammenhang forderte Riepl, auch auf die Qualifizierung der AusbildnerInnen - auch in psychologischer Hinsicht - zu achten. Abschließend forderte der SPÖ-Abgeordnete, dass Betrieben, die einen wesentlichen Beitrag in der Lehrlingsausbildung leisten, die Möglichkeit eingeräumt werden sollte, diese Leistungen in der Öffentlichkeit auch entsprechend darzustellen. Dieses Qualitätsmerkmal der Betriebe müsste jedoch ständig einer Überprüfung unterzogen werden. (Schluss) as

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