Vassilakou: "Öffnung von Gemeindebauten für Zuwanderer unumgänglich!"

Wien (Grüne) - "Die nach wie vor traurige Statistik zur Wohnsituation von Zuwanderern in Wien verdeutlicht einmal mehr die dringende Notwendigkeit zur Öffnung von Gemeindebauten für Zuwanderer. Der vielzitierte ‚sanfte' Weg in der Integrationspolitik der SPÖ eignet sich bedauerlicherweise nicht, um krasse Probleme zu lösen. Da ist vielmehr Konsequenz und ein nachvollziehbarer konkreter Zeitplan gefragt", fordert die Grüne Stadträtin Maria Vassilakou heute in einem Interview.

Die etwa 1000 Gemeindewohnungen, die im Vorjahr unter dem Kapitel ‚Notfallswohnungen' an Migrantenfamilien vergeben wurden, sind nicht einmal ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zudem können die rücksichtlosen Hausbesitzer die freiwerdenden z.T. verschimmelten Kellerwohnungen sofort und ungestraft weitervermieten. "Ohne eine konsequente Öffnung der Gemeindebauten bleibt das Unterfangen der Notfallswohnungen ein Fass ohne Boden", konstatiert Vassilalou.

Auch die von der SPÖ massiv beworbene Integration in Genossenschaftswohnungen ist zwar ein guter Weg, der aber keinesfalls zur Lösung des krassen Wohnproblems des überwiegenden Teils der Migrantenhaushalte beitragen kann. Die relativ hohen Kosten und das komplizierte Finanzierungssystem von Genossenschaftswohnungen schrecken Arbeiterhaushalte ab - in den Genossenschaftsbauten lebt unabhängig von der Staatsbürgerschaft der Wiener Mittelstand, d.h. also im Falle von MigrantInnen, jene Haushalte, denen bereits die Integration gelungen ist!

Die Grünen fordern einmal mehr Brauner und Faymann dazu auf, einen 5-Jahres-Plan zur gänzlichen Öffnung von Gemeindebauten für WienerInnen ohne österreichische Staatsbürgerschaft auf.

Zugleich muss eine Sanierungsoffensive genau in jenen Vierteln, in denen ein hoher Zuwandereranteil vorkommt, systematisch dafür sorgen, dass die Lebensqualität dort angehoben wird.

Abschließend gibt Vassilakou bezüglich der heutigen ÖVP-Aussendung zu bedenken: "Die Konzentration von Zuwanderern in einigen Bezirken allein, ist kein Problem und stellt auch nicht gleich ein Ghetto bzw. eine Verslumung dar! Ginge es nach der Logik ‚Konzentration gleich Ghetto' von Herrn Ulm, dann wäre das größte ethnische Ghetto eigentlich der Gemeindebau, denn dort würden ja nur österreichische StaatbürgerInnen wohnen."

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241254 Jul 02

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