ARBÖ: Verwirrspiel um Visumpflicht für die Einreise nach Mazedonien

Tauziehen um Sichtvermerkspflicht hinter den Kulissen

Wien (ARBÖ) - Das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten teilte heute mit, dass per 1. August 2002 für Inhaber von österreichischen Reisepässen die Einführung der Visumpflicht geplant sei. Der ARBÖ-Informationsdienst hat in dieser Angelegenheit recherchiert.

Diplomatischer Sturm im Wasserglas

Wie heute Vormittag bekannt wurde, plante man in Skopje Einreiseerschwernisse für Bürger aus dem Schengener Raum - und somit auch für Österreich. Das Außenministerium Mazedoniens teilte am 16. Juli dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten in einer Note mit, dass per 1. August 2002 die Visumpflicht für die Einreise nach Mazedonien erforderlich sei. Dabei seien die bilateralen Beziehungen beider Länder gut, einen aktuellen Anlassfall gäbe es nicht, erklärte man am Ballhausplatz gegenüber dem ARBÖ.

Hintergrund der diplomatischen Unruhe dürfte die Tatsache sein, dass Mazedonier in jene Länder, die dem Schengener Abkommen beigetreten sind, nur mit einem gültigen Visum einreisen dürfen, während Bürger aus Schengen-Staaten bisher keines benötigten. In Skopje argumentiert man, dass dies eine Ungleichbehandlung sei und fordert - aufgrund des Prinzips der Gegenseitigkeit, dass künftig Mazedonier vom Visumzwang befreit werden sollen.

Dem ARBÖ-Informationsdienst wurde seitens der mazedonischen Botschaft mitgeteilt, dass für ein Visum € 20,- zu bezahlen seien. Die Gültigkeit reiche maximal bis zu 30 Tage.

Vorläufiger Rückzieher

Sowohl das Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten als auch die mazedonische Botschaft in Wien erklärten dem ARBÖ-Informationsdienst, dass die Visumpflicht nun doch nicht per 1. August 2002 eingeführt werden wird, und man sie auf unbestimmte Zeit verschoben hat. Ein entsprechendes offizielles Rundschreiben liegt aber noch nicht vor.

Die massiv ausgefallenen Proteste der betroffenen Staaten haben zu diesem vorläufigen Einlenken der Mazedonier geführt: Bei den Recherchen deutete man dem ARBÖ Zweifel an, ob es tatsächlich zu einer Umsetzung von Einreiseerschwernissen kommen wird. Der ARBÖ-Informationsdienst wird in dieser Angelegenheit gegebenenfalls weiter berichten.

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241211 Jul 02

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