"Kleine Zeitung" Kommentar: "Raffgier" (von Rainer Strunz)

Ausgabe vom 23.07.2002

Graz (OTS) - Jetzt wissen es alle, selbst der mächtige Chef der US-Notenbank, Alan Greenspan: "Die exzessive Raffgier einiger Unternehmer", analysiert Greenspan die jüngsten Megapleiten, habe wohl "das Vertrauen der Anleger in Aktien unterwandert".

Wie wahr, kann man da nur sagen, und wundert sich sogleich über die späte Einsicht. Denn Greenspan und Co. haben jahrelang zugesehen, wie in den USA eine Generation von Managern "herangezüchtet" wurde, die nur auf eines fixiert war: steigende Kurse. Die Bezahlung der Bosse war durch Aktienoptionen an den Kurs des eigenen Unternehmens gekoppelt, steigen die Aktien, steigen die Einkommen. Ein höchst ansteckendes Virus, das natürlich dazu verleitet, Unternehmen reicher zu rechnen bzw. die Bilanzen zu frisieren.

Jetzt platzen die Blasen. Enron, Tyco oder WorldCom sind nur einige Beispiele über das fatale Zusammenspiel von gierigen Managern, skrupellosen Finanzchefs und schlampigen Buchprüfern. Gegen die Präsident George Bush jetzt mit "null Toleranz" vorgehen will.

Was am System kaum etwas ändern dürfte. Solange Jahresgagen von hunderten Millionen gezahlt werden, darf man sich über Pleiten wie WorldCom nicht wundern. ****

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