Leitl: Wieder Jungunternehmer-Plus für österreichische Wirtschaft

WKÖ schnürt Gründer-Entlastungs- und Unterstützungspaket

Wien (PWK540) - "Das ambitionierte Ziel, 2002 in Österreich 30.000 Gründer zu erreichen, ist schwierig. Mit verstärktem Einsatz wollen wir dieses Ziel aber schaffen, wenn es auch ein Foto-Finish wird", betonte heute, Montag, Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl in einer gemeinsam Pressekonferenz mit dem Bundesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft, Manfred Pletzer. Derzeit halte man bei 14.941 Gründungen im ersten Halbjahr, um 15 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Zu den 300.000 bestehenden Unternehmen in Österreich würde dies ein Plus von 10 Prozent bedeuten. "Ein derartiger Zuwachs ist für ein Unternehmen wie eine wirtschaftliche Interessensvertretung etwas Tolles", so Leitl. Zudem würde dies zusätzliche Einnahmen in der Höhe von einer Mrd. Euro an Steuern und Abgaben für die öffentliche Hand bedeuten.

Dem Beitrag, den Gründer für die wirtschaftliche Gesamtentwicklung leisten, sei besonderes Augenmerk zu leisten. Schließlich sei neben dem Export die Entwicklung der Gründertätigkeit ein wichtiger Indikator. Um Gründer weiter zu stärken habe die WKÖ sowohl an einem Gründer-Entlastungspaket als auch einem Gründer-Unterstützungspaket gearbeitet. Teil des Entlastungspaktes ist der Wegfall der Eintragungsgebühr für Neugründer mit einem Einsparungsvolumen von rund 13 Mill. Euro. Mit dem Neugründungs-Förderungsgesetz werden Gründer von Gebühren und Abgaben befreit, wodurch sich Jungunternehmer an die 10 Mill. Euro ersparen.

Mit der Absenkung und Pauschalierung der Sozialversicherung mit 1.1.2003 werde einem dringenden Wunsch der Jungunternehmer Rechnung getragen, die in der Sozialversicherung eines der Hauptärgernisse ihrer Gründertätigkeit sahen. Mit den 16 Mill. Euro an Ersparnis bei der Sozialversicherung wurde auf Betreiben der Wirtschaftskammer ein Entlastungspaket für Jungunternehmer in der Höhe von fast 40 Mill. Euro geschnürt, so Leitl.

Das Gründer-Unterstützungspaket umfasse neben einer Verbesserung der Eigenkapitalsituation und der Schaffung eines Risikokapitalpolsters für Gründer eine Kapitalmarktoffensive für Klein- und Mittelbetriebe der Wiener Börse. Mit der Schaffung eines Gründungsbonus werde zudem ein "Signal für die Selbständigkeit" gesetzt. Jungunternehmer erhalten den Gründungsbonus von 14 Prozent für angesparte Eigenmittel von maximal 55.000 Euro. Bei voller Ausschöpfung des Förderrahmens wird damit eine Prämie in Höhe von maximal 7.700 Euro ausbezahlt. "Damit wird eine solide Basis für die Startjahre geschaffen", betonte der WKÖ-Präsident.

Um junge Menschen und Uni-Absolventen für den Gang in die Selbständigkeit zu animieren, sei auch an die Schaffung eines einjährigen Unternehmerpraktikums gedacht, das jungen Uni-Absolventen Erfahrung und praktisches Wissen bringe. Derzeit würden sich nämlich nur 8 Prozent der Uni-Absolventen selbständig machen. Von diesem Modell würden aber auch die Unternehmer profitieren, da sie neues theoretisches Wissen in den Betrieb bekämen. Außerdem werde dieses Modell kostengünstig für die Unternehmen sein, da lediglich ein Entschädigungsbeitrag für das "training on the job" gezahlt werde. Derzeit, so Leitl werde für 2003 ein konkretes Modell erarbeitet.

Teil des Unterstützungspaketes sei auch die Förderung der Betriebsübernahme. Rund 100.000 Unternehmer seien über 50 Jahre, rund 40 Prozent davon hätten die Frage der Betriebsnachfolge noch nicht geklärt. Die Verlängerung des Neufög bedeute eine Attraktivierung der Betriebsnachfolge als interessante Alternative zur Neugründung. Aufgrund der vorliegenden Zahlen müsse nun aber rasch gehandelt werden, um die in wenigen Jahren ausscheidenden Unternehmer in dieser Frage zu beraten und zu unterstützen.

Die aktuellen Halbjahreszahlen im Detail:

Bei den Neugründungen nach Sparten liegen Information und Consulting mit 4.245 Gründungen an erster Stelle (Anteil: 28,4 Prozent), gefolgt vom Gewerbe und Handwerk mit 4.069 Gründungen (27,2 Prozent) und dem Handel mit 4.014 Neugründungen (26,9 Prozent). Mit 1.706 Unternehmensneugründungen liegt der Tourismus (Anteil: 11,4 Prozent) an vierter Stelle. Die Industrie sowie Transport und Verkehr sowie Banken und Versicherung nehmen mit 908 gegründeten Unternehmen im ersten Halbjahr die weiteren Plätze ein.

Bei den Neugründungen nach Branchen liegen die Unternehmensberater/Informationstechnologie mit 1.569 gegründeten Unternehmen an der ersten Stelle. Mit 1.479 Neugründungen folgt die allgemeine Fachvertretung des Gewerbes auf dem zweiten Platz. Die Finanzdienstleister liegen mit 1.270 Gründungen im ersten Halbjahr 2002 an dritter Stelle, gefolgt vom Direktvertrieb (914 Gründungen) und der Gastronomie (878 Gründungen). Die allgemeine Fachvertretung des Handels folgt mit 776 neu gegründeten Unternehmen auf Platz sechs. 706 Neugründungen gab es im ersten Halbjahr im Bereich Werbung und Marktkommunikation, danach folgen Freizeitbetriebe (493 Gründungen) und die Versicherungsagenten mit 695 Gründungen. Sonstige Branchen kamen auf 6.160 Gründungen. (us)

Rückfragen & Kontakt:

***OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER
VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

OTS0088 2002-07-22/12:57

221257 Jul 02

Wirtschaftskammer Österreich
Presseabteilung
Tel.: (++43-1) 50105-4161
Fax: (++43-1) 50105-263
presse@wko.at
http://www.wko.at/Presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK/PWK540