AK Test: Jede dritte Fleischprobe verdorben (2)

Kühltemperaturen und Kühlkette von Erzeugung bis Verkauf müssen eingehalten und kontrolliert werden

Wien (AK) - Die AK Konsumentenschützer warnen vor verdorbenem Fleisch: Knapp ein Drittel der Proben an Faschiertem war verdorben. Und immerhin 42 Prozent der Proben wiesen erhöhte Keimzahlen auf, was für die Konsumenten verminderte Qualität und eingeschränkte Haltbarkeit bedeutet. Das zeigt ein aktueller AK Test. Die Qualität des Fleisches ist auf Grund der Lagerung unzufriedenstellend. Daher fordert die AK, dass die Kühltemperaturen wirksamer kontrolliert werden und die Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf durchgehend gewährleistet ist, da sie wesentlich für die Lebensmittelqualität ist. Die AK hat 19 Fleischproben aus 19 Wiener Supermärkten von der Lebensmittelversuchsanstalt in Wien untersuchen lassen.

Zur Untersuchung
Die AK hat 19 Proben von Faschiertem (13 abgepackte und 6 offene aus Bedienungsverkauf) aus 19 Wiener Supermärkten im Juni untersuchen lassen. Die verpackten Produkte wurden am Tag des Ablaufdatums untersucht, welches der Einkaufstag oder fallweise der nächste Tag war. Die offen abgegebenen Proben wurden immer am Tag des Einkaufs untersucht. Bis zur Untersuchung wurden die Produkte ordnungsgemäß gekühlt gelagert. Die organoleptische und mikrobiologische Untersuchung führt die Lebensmittelversuchsanstalt in Wien durch.

Ein Drittel verdorben
Die AK Konsumentenschützer sind mit den Ergebnissen äußerst unzufrieden. Nur ein Viertel der Proben (26 Prozent) an Faschiertem wurde nicht beanstandet. Dieses Fleisch war von Contra, Interspar, Spar und aus zwei Zielpunkt-Filialen.

Rund ein Drittel (32 Prozent) der Proben an Faschiertem war verdorben. Die Produkte wurden bei Interspar, Spar und zwei Merkur und zwei Magnet Filialen eingekauft.

Bei 42 Prozent der Proben wurden erhöhte Keimzahlen nachgewiesen. Für die Konsumenten bedeutet das bereits eine verminderte Qualität und eingeschränkte Haltbarkeit. Die Proben stammten von Mondo, Zielpunkt, Merkur, Interspar, Adeg und aus drei Billa-Filialen.

Wirksame Strafen - kürzere Haltbarkeitsfristen
Konsumenten werden bei den falschen Temperaturanzeigen in den Vitrinen getäuscht und können sich dann nicht mehr auf die Haltbarkeitsfristen am Etikett verlassen. Auf Grund der schlechten Kühlung ist auch die Qualität des Frischfleisches entsprechend unbefriedigend, resümieren die AK Konsumentenschützer.

Daher fordert die AK:

+ Die Lagertemperaturen müssen wirksam von der Lebensmittelaufsicht kontrolliert werden - Verstöße sind zu bestrafen. Die allgemeine Hygieneverordnung, in der die maximalen Lagertemperaturen für Frischfleisch von vier Grad Celsius verbindlich vorgeschrieben sind, werden unzureichend eingehalten, wie die aktuelle AK Erhebung zeigt.

+ In der allgemeinen Hygieneverordnung ist klarzustellen, dass die vorgeschriebenen Lagertemperaturen als maximale Produkttemperaturen zu verstehen sind. Nur so kann die Qualität und Haltbarkeit der Produkte ausreichend gesichert werden.

+ Die durchgehende Einhaltung der Kühlkette von der Erzeugung bis zum Verkauf muss gewährleistet sein, das sie wesentlich für die Lebensmittelqualität ist.

+ Die Hersteller müssen die Haltbarkeitsdaten verkürzen. Verbrauchsfristen müssen auf Grund realistischer Kühltemperaturen berechnet werden. Denn derzeit muss der Konsument von kürzeren als am Etikett angegebenen Haltbarkeitsfristen ausgehen.

+ Der Handel muss die Kühlgeräte und Produkttemperaturen besser kontrollieren und überprüfen, ob das Thermometer richtig angebracht ist und auch funktioniert.

+ Unternehmer muss für Verstöße gerade stehen
Die Verantwortlichkeit bei Verwaltungsstrafverfahren muss statt die Angestellten (Filialleiter) die Unternehmer bzw. Unternehmensleitung treffen. Dabei muss klargestellt werden, dass nicht - wie es derzeit üblich ist - die Filialleiter, die keine "wirklichen" Entscheidungsbefugnisse haben, für die Versäumnisse der Unternehmen verantwortlich gemacht werden.

+ Konsumenten besser informieren
Sind bei Nachkontrollen eines Verstoßes die Ergebnisse unverändert schlecht, so müssen das betreffende Unternehmen und das beanstandete Produkt öffentlich genannt werden.

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220853 Jul 02

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