AK Test: Kühlung von Faschiertem schlecht (1)

Kühltemperaturen wirksam kontrollieren

Wien (AK) - Verpacktes und offenes Faschiertes wird meist zu warm gelagert. Ein aktueller AK Test zeigt: 43 Prozent des Faschierten wurden über vier Grad Celsius gelagert. Daher waren auch die Produkttemperaturen zu hoch, die für Qualität und Haltbarkeit entscheidend sind: Mehr als vier Grad Celsius hatten 95 Prozent der Proben im Fleischinneren. Außerdem können sich Verbraucher nicht auf die Thermometer in der Vitrine verlassen, da die Anzeige oft falsch ist. Die Konsumenten werden getäuscht, denn wenn die vorgeschriebene Lagertemperatur von höchstens vier Grad Celsius überschritten wird, wird auch die Haltbarkeit kürzer, sagen die AK Konsumentenschützer. Daher fordert die AK, dass die maximalen Kühltemperaturen - wie in der allgemeinen Hygiene-Verordnung vorgesehen - von der Lebensmittelaufsicht wirksam kontrolliert und sanktioniert werden. Außerdem ist klarzustellen, dass die Lagertemperaturen als maximale Produkttemperaturen zu verstehen sind. Die AK hat im Juni 19 Kühlvitrinen und darin gelagertes Fleisch in 19 Wiener Supermärkten von der Lebensmittelversuchsanstalt in Wien untersuchen lassen.

Zur Untersuchung
Die AK Konsumentenschützer haben von der Lebensmittelversuchsanstalt in Wien die Lager- und Fleischtemperaturen von Faschiertem im Juni untersuchen lassen. Insgesamt wurden 19 Fleischproben (13 verpackt, 6 offen) in 19 Wiener Supermärkten eingekauft. Das Fleisch wurde auch organoleptisch und mikrobiologisch untersucht.

In Vitrinen falsche Temperaturanzeigen
Verpacktes Frischfleisch sollte wie am Etikett vom Hersteller oder Verpacker angegeben bei zwei bis maximal vier Grad Celsius gelagert werden.

Die Konsumenten können sich nicht auf die Temperaturmessgeräte in den Vitrinen verlassen, kritisieren die AK Konsumentenschützer. Der AK Test zeigt:

Die Anzeige in der Vitrine, die in einem Supermarkt gar nicht vorhanden war, stimmt meist nicht mit der tatsächlichen Kühltemperatur in der Vitrine überein. So war in 44 Prozent (8) der beurteilten Supermärkte die tatsächliche Lufttemperatur höher als die Temperaturanzeige in der Kühlvitrine (maximale Abweichung 3,3 Grad Celsius). Bei zehn der beurteilten Vitrinen war die tatsächliche Lufttemperatur niedriger als die angezeigte Temperatur (größte Abweichung über 5 Grad Celsius).

Sommerliche Lufttemperaturen in Vitrinen
Obwohl die Kühltemperatur in den Vitrinen in immerhin 11 der 19 untersuchten Supermarkfilialen unter vier Grad Celsius betrug, fand sich unter den untersuchten Produkten kein einziges, das zumindest vier Grad Celsius aufwies. Bei sechs Vitrinen wurden Temperaturen zwischen vier bis sieben Grad Celsius gemessen und in zwei Lufttemperaturen von über sieben Grad Celsius, Spitzenreiter waren dabei 20,9 Grad Celsius.

Hohe Produkttemperaturen durch unzureichende Kühlung
Die vorgeschriebenen Lagertemperaturen sollten sich auch in entsprechend niedrigen Produkttemperaturen niederschlagen. Das ist nicht der Fall, wie die AK Untersuchung der Kern- und Oberflächentemperaturen zeigt:

95 Prozent der 19 untersuchten Proben von Faschiertem überschritten im Fleischinneren die auf dem Etikett angegebenen vier Grad, und 89 Prozent der Proben hatten mehr als vier Grad Celsius an der Fleischoberfläche.

Immerhin hatte jedes zweite Produkt sowohl im Inneren des Fleisches wie auch an der Oberfläche eine Temperatur von mehr als sieben Grad Celsius.

Gemessene Topwerte: Die höchste Kerntemperatur lag bei 15,9 Grad Celsius, die höchste Oberflächentemperatur bei 16,9 Grad Celsius.

Tipp der AK Konsumentenschützer
Geben Sie gekühlt gelagerte Produkte so rasch wie möglich nach dem Einkauf in den Kühlschrank. Da durch die unzureichende Kühlung das angegebene Ablaufdatum nur selten hält, was es verspricht, wäre es gut, wenn Sie solche Waren bereits entsprechend vor dem Ablaufdatum verbrauchen.

(Forts.)

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