Maier: Futtermittel-Skandal hinterlässt viele offene Fragen

Nationale Kontrollen ungenügend - Viele Fragen an Haupt und Molterer

Wien (SK) "Wie bei der BSE-Diskussion hat sich auch diesmal wieder gezeigt, dass die nationalen Kontrollen ungenügend sind", reagierte SPÖ-Konsumentenschutzsprecher Johann Maier am Sonntag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst auf den jüngsten Futtermittelskandal, der von Belgien und der Firma "Bioland" aus über Europa hereinbrach. Alle Lebensmittelskandale der letzten Zeit seien Futtermittelskandale gewesen, und es werde immer deutlicher, dass zum einen die Kontrollen mangelhaft seien und wie wichtig zum anderen eine sogenannte "Positivliste", wie auf europäischer Ebene seit längerer Zeit gefordert, von den Agrarministerin allerdings seit Jahren erfolgreich verhindert, sei. Die Situation in Österreich unterscheide sich nicht von der in anderen europäischen Ländern, "allerdings wird seitens der zuständigen Minister Molterer und Haupt so getan, als würde das Problem Österreich in keinster Weise betreffen", so Maier. ****

"Beim BSE-Skandal haben die nationalen Kontrollmechanismen versagt, zusätzliche Kontrollen sowie die Kennzeichnung von Futtermitteln werden von Agrariern und der Futtermittelindustrie seit Jahren verhindert", kritisierte der SPÖ-Abgeordnete. Insbesondere Landwirtschaftsminister Molterer müsse sich die Frage gefallen lassen, was ihn so sicher mache, dass keine Produkte der Firma Bioland in Österreich verkauft wurden. Maier will u.a. vom Minister wissen, ob dieser ausschließen könne, dass mit MPA verseuchte Futtermittel bzw. Melasse über Groß- und Zwischenhändler in unser Land kamen bzw. verseuchte Lebensmittel (Schweinefleisch, Wurst, Getränke) in Österreich verkauft wurden. Wichtig sei laut dem SPÖ-Abgeordneten auch zu erfahren, wann Futtermittelhändler, -hersteller, Bauern sowie Getränkehersteller über mit MPA verseuchtes Futtermittel bzw. Melasse informiert wurden bzw. wie viele Probenziehungen von Produkten der Firma "Bioland Liquid Sugars" es hierzulande in den vergangenen Jahren gab.

Abschließend zeigte sich Maier davon überzeugt, dass die blau-schwarze Bundesregierung ihre Kontroll- und Kennzeichnungspflicht im Lebensmittelbereich sträflich vernachlässige und "damit Gefahr läuft, dem 'Feinkostladen Österreich' nachhaltig Schaden zuzufügen". Die KonsumentInnen reagierten zunehmend verunsichert auf die immer häufiger bekannt werdenden Lebensmittelskandale und hätten "ein Recht darauf zu wissen, was auf ihrem Teller landet". (Schluss) hm/vs

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