Leitl zu Semperit-Schließung: "Mahnung, den Standort Österreich zu stärken"

Arbeitsplätze dürfen nicht ins Ausland rollen!

Wien (PWK536) - "Die Reifen von Semperit und zahlreiche Arbeitsplätze rollen ab heute endgültig ins Ausland. Dies ist ein Signal, Österreichs Standortpolitik zu überdenken und zu verbessern", gibt der Präsident der Wirtschaftskammer Österreich, Christoph Leitl, anlässlich des letzten Produktionstages des traditionsreichen heimischen Reifenherstellungsunternehmen zu bedenken. "So ein Tag muss nachdenklich machen, wie wir unseren Wirtschaftsstandort attraktiver gestalten können, insbesondere im Hinblick auf die EU-Erweiterung, die in 17 Monaten unsere östlichen Nachbarn in den europäischen Binnenmarkt integrieren wird."

Die Beitrittsstaaten werden größtenteils Ziel 1 EU-Fördergebiet werden und über hohe Rechtssicherheit verfügen, was sich auf die Investitionsflüsse zu Gunsten dieser neuen EU-Mitglieder auswirken wird. Wenn Österreich nicht wolle, dass in den nächsten Jahren Investoren und bestehende Betriebe abwandern, müssen noch einige Hausaufgaben im Standortwettbewerb erledigt werden, so Leitl und betont die dringende Notwendigkeit, die Lohnnebenkosten und Unternehmenssteuern abzusenken. "Im Interesse eines wettbewerbsfähigen Standorts Österreich muss daher die im Regierungsübereinkommen festgelegte Senkung der Lohnnebenkosten rasch für das Jahr 2003 beschlossen und darf nicht das Gebot der Stunde in Etappenlösungen verschlafen werden", fordert Leitl.

Ein "Fitnessprogramm zur Standortstärkung" müsse ebenso eine steuerliche Begünstigung nicht entnommener Gewinne beinhalten. "Derzeit wird Risikokapital in Österreich mit 34 bis 50 Prozent besteuert, während Sparbucheinlagen mit nur 25 Prozent versteuert werden müssen. Daher müssen wir die Investitionen mit einer Betriebssteuer von 25 Prozent anregen", erklärt Leitl.

Den stärksten Verbündeten sieht Leitl in der österreichischen Bevölkerung: 77 Prozent halten eine Senkung der Lohnnebenkosten für wichtig. Und 69 Prozent wollen, dass eine Steuerreform Betriebe und Arbeitsplätze sichert. Leitl: "Wir fordern daher auch nichts für uns, wir fordern keine Einkommenssteuersenkung, sondern wir fordern etwas für die Unternehmen, damit künftige Semperit-Fälle vermieden werden können." (Ne)

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OTS0136 2002-07-19/13:39

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