Jungbauern: Fischler will die Jungbauern von ihrer Zukunft entkoppeln

Agrarreform würde viele junge Hofübernehmer aus ihrem Beruf treiben

Wien, 19. Juli 2002 (AIZ). - Die Österreichische Jungbauernschaft ist enttäuscht von den vorgelegten Reformmaßnahmen zur EU-Agrarpolitik der Europäischen Kommission, so eine Aussendung. "Die Jungbauern als Zukunftsträger der österreichischen Landwirtschaft fordern ein bestimmtes Maß an wirtschaftlicher Planbarkeit ein. Diesen Grundsatz sehen wir massiv gefährdet", meint Peter Gumpinger, Obmann der Österreichischen Jungbauernschaft.

"Österreich ist in Europa führend in ökosozialer und umweltgerechter Produktion von Lebensmitteln und das sollte auch so beibehalten werden. Eine zeitliche Degression der Ausgleichszahlungen würde einen Einkommensverlust von rund 20% für die nächsten Jahre bedeuten und den wirtschaftlichen Ruin vieler Voll- und Nebenerwerbsbetriebe in Österreich nach sich ziehen", so Gumpinger, Vollerwerbsjunglandwirt aus Altschwendt im Innviertel.

Entkoppelung führt zu Abschaffung der Zahlungen

Die Österreichische Jungbauernschaft spricht sich gegen eine 5%ige Absenkung des Getreide-Interventionspreises aus, weil es absolut keinen Bedarf dafür gebe. Selbst die von der Kommission kürzlich vorgelegte Marktanalyse erachte keine derartigen Maßnahmen für notwendig. Die größten Bedenken äußert Gumpinger in Zusammenhang mit der geplanten Entkoppelung der Marktordnungszahlungen von der Produktion. "Die in der Landwirtschaft verbleibenden Jungbauern in Österreich stellen den Anspruch auf Produktion und Betriebswachstum. Eine Entkoppelung der Marktprämien von der Produktion führt langfristig in einen gesellschaftspolitischen Argumentationsnotstand und zur sicheren Abschaffung der Zahlungen und damit zur Gefährdung der bäuerlichen Familienbetriebe."

Keine weiteren finanziellen Einbußen akzeptierbar

Die Österreichische Jungbauernschaft wolle sich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass es keine Einsparungen im Bereich der bäuerlichen Einkommen gibt, bevor nicht alternative Finanzierungsvorschläge präsentiert werden. "Solange die Kommission keine konkreten Vorschläge zum Ausgleich der vorgesehenen Einkommenskürzung vorlegt, ist jede degressive Kürzung der bäuerlichen Einkommen auf das schärfste abzulehnen. Andere Berufsgruppen in Europa gehen auf die Straße, wenn ihnen zu geringe Lohn- und Gehaltsabschlüsse angeboten werden oder ihr Berufsstand insgesamt in Frage gestellt wird und wir wehren uns gegen die Vorschläge der Kommission. Die Österreichische Jungbauernschaft wird keine weiteren finanziellen Einbußen mehr hinnehmen", meinte Gumpinger abschließend.
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