Leitl trifft EU-Botschafter zu Arbeitsgespräch am Attersee

Wirtschaftskammer-Präsident legt Positionen der Wirtschaft zu dänischem EU-Vorsitz vor - Schwerpunkte: EU-Erweiterung und Basel II

Wien (PWK535) - WKÖ-Präsident Christoph Leitl hat für heute, Freitag, die Vertreter der 14 EU-Staaten in Österreich zu einem Arbeitsgespräch mit kulturellem Rahmenprogramm ins oberösterreichische Salzkammergut eingeladen. Das inzwischen traditionelle halbjährliche Treffen findet heuer unter Teilnahme von Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer in Litzlberg am Attersee statt. Im Mittelpunkt des Arbeitsgesprächs stehen aktuelle Themen der dänischen EU-Präsidentschaft und die diesbezüglichen Positionen der Wirtschaftskammer Österreich. "Insbesondere werden die optimale Vorbereitung auf die EU-Erweiterung und verbesserte Rahmenbedingungen für Klein- und Mittelbetriebe besprochen", erläutert Leitl. "Die WKÖ unterstützt das Bestreben der dänischen Präsidentschaft, die Verhandlungen mit den Kandidatenländern noch im zweiten Halbjahr 2002 abzuschließen, damit diese Länder mit 1.1.2004 Mitglieder in der Europäischen Union werden können."

Um die klein- und mittelbetrieblich strukturierte österreichische Wirtschaft im zunehmenden internationalen Wettbewerb zu stärken, wird sich die WKÖ auch am Programm des dänischen EU-Vorsitzes für ein wirtschaftsfreundlicheres Umfeld für KMU beteiligen. "Für uns bedeutet dies auch einen spezifischen Fokus auf Finanzierungsfragen und damit auf Basel II zu legen", sagt Leitl. Die jüngste Einigung des Baseler Ausschusses, dass Kredite an Unternehmen bis zu einer Höhe von 1 Mio Euro wie Privatkundenkredite eingestuft werden sollen, könne als Lobbying-Erfolg der KMU-Verbände wie WKÖ, Eurochambres und UEAPME verzeichnet werden. "Aus Sicht der WKÖ waren zwar ursprünglich 5 Mio Euro Kreditobergrenze vorgeschlagen worden", so Leitl, "allerdings könne die 1 Mio-Euro-Obergrenze akzeptiert werden, wenn Unternehmen bis 50 Mio Euro Jahresumsatz von den strengen Baseler Bestimmungen ausgenommen werden". Leitl argumentiert auch als europäischer Wirtschaftskammerpräsident, dass Banken nicht durch kleine Unternehmen und ihre Probleme, sondern nur durch Großinsolvenzen in Schwierigkeiten geraten können. Daher dürfe eine Lösung auch nicht auf dem Rücken der KMU ausgetragen werden.

Beim aktuellen Botschafter-Treff Präsident Leitls soll verstärktes Bewusstsein für die große Bedeutung der Klein- und Mittelbetriebe in Europa und ihre Bedürfnisse geschaffen werden, insbesondere im Zusammenhang mit der EU-Erweiterung. Leitl übergibt bei dieser Gelegenheit ein detailliertes Positionspapier der WKÖ zur EU-Präsidentschaft Dänemarks an den dänischen Botschafter Torben Mailand Christensen. "Das Lissabon-Ziel, die EU bis 2010 zum wettbewerbsfähigsten und dynamischsten Wirtschaftsraum der Welt zu machen, ist wesentlich vom Erfolg der EU-Erweiterung und der verstärkten Berücksichtigung der KMU abhängig", zeigt sich Leitl überzeugt. Die europäische Sozialpartnerschaft wird ihren Beitrag dazu leisten, im Globalisierungsprozess einen eigenständigen europäischen Weg mit europäischen Werthaltungen zu gehen.

Zum Abschluss des Programms wird den Vertretern der EU-Partnerländer österreichische Kultur beim Eröffnungskonzert des Attergauer Kultursommers in der Pfarrkirche St. Georgen vermittelt. (Ne)

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