Wartungsarbeiten bei Wiener Linien: Behinderte werden zu Pfadfindern

Wien (OTS) - "Müssen Aufzugswartungsarbeiten wirklich zwei Tage dauern und Menschen mit Behinderung buchstäblich zu Pfadfindern werden oder die Station gänzlich meiden?" fragt sich die Sehbehinderten- und Blindenorganisation "Engel auf Pfoten".

So geschehen in der U6 Station Philadelphiabrücke, wo der Lift zwei Tage lang unbenutzbar war. Die Organisation hat ihren Hauptsitz ganz in der Nähe der Station in der Wienerbergstraße. Sehbehinderte und blinde Menschen mussten auf Treppen oder Rolltreppen ausweichen, was für ältere Menschen jedoch eine Belastung darstellt. Für Führhundhalter sind Rolltreppen prinzipiell tabu.

Das Problem betrifft aber nicht nur Klienten der Sehbehinderten-und Blindenorganisation, sondern alle gehbehinderten Menschen, Menschen im Rollstuhl, Senioren und auch Mütter mit Kinderwagen. Insgesamt also keine allzu kleine Gruppe von Öffi-Kunden, die durch solche Maßnahmen in Mitleidenschaft gezogen werden.

"Ich habe bereits in einem früheren Fall Kontakt mit den Wiener Linien aufgenommen und es wurde mir allen Ernstes erklärt, dass die Betroffenen eben die besagte Station entweder meiden müssten, wenn sie die Treppen oder Rolltreppen nicht benützen könnten oder bei einer anderen Station aussteigen müssten, um dann anderwärtig an ihr Ziel zu kommen", erzählt Obmann Roland Komuczky von seinen Erfahrungen. "Eine böse Überraschung, wenn man guten Glaubens bei seiner Station aussteigt und sich dann anderwärtig durchfragen und durchschlagen muss. Ich bin auch etwas enttäuscht, dass die Wiener Linien trotz Anfragen bisher keine Anstalten machten, bei Umbau- bzw. Wartungsarbeiten mit uns zu kooperieren."

Die Organisation fordert daher eine schnellere Durchführung von Wartungsarbeiten (möglichst über Nacht) und auch eine bessere Einbindung und Vorinformation von Behindertenorganisationen, die im Bereich der betroffenen Stationen liegen. Ein zweckdienlicher Hinweis auf Nicht-Benutzbarkeit von Rolltreppen und Aufzügen durch den Zugsführer bei der jeweiligen Station wäre auch schon ein erster Schritt zu mehr Kundenfreundlichkeit.

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OTS0182 2002-07-18/17:00

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