Grüne GewerkschafterInnen: "Mitgliederschwund des ÖGB leider auch hausgemacht!"

Die Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen (AUGE/UG sehen große Defizite des ÖGB bei Organisation von MigrantInnen und Erwerbsarbeitslosen.

Wien (Grüne) - "Dass der ÖGB weitere 21.366 Mitglieder verloren hat ist leider auch hausgemacht. Nach wie vor fühlen sich zahlreiche ArbeitnehmerInnen in Österreich vom Gewerkschaftsbund nicht ausreichend vertreten und es wird ihnen nach wie vor verunmöglicht, ihre Interessen im ÖGB eigenständig zu organisieren", so Markus Koza, politischer Sekretär der Alternativen und Grünen GewerkschafterInnen (AUGE/UG). "Gerade MigrantInnen ist es nach wie vor kaum möglich, ihre Interessen selbst wahrzunehmen und zu vertreten, da sie nach wie vor vom passiven Wahlrecht zum Betriebsrat ausgeschlossen sind. Es wäre höchst an der Zeit, dass die Gewerkschaften eigene Plattformen schaffen, in denen ‚AusländerInnen' ihre Anliegen und Interessen eigenständig organisieren und formulieren können, und ihren Einsatz für das passive Wahlrecht von NichtösterreicherInnen verstärken."

So ist die neugegründete Interessensgemeinschaft für MigrantInnen innerhalb der GPA ein erster, begrüßenswerter Schritt, MigrantInnen eine eigene gewerkschaftliche Plattform zu bieten. "Andere Gewerkschaften und auch der ÖGB als Dachorganisation sollten sich ein Beispiel an diesem Versuch nehmen. Damit würde der ÖGB endlich eine Interessensvertretung - auch im Sinne von Selbstorganisation von Interessensgruppen - für alle ArbeitnehmerInnen in diesem Land werden und damit auch neue Mitglieder gewinnen. Schließlich haben viele Menschen von herkömmlicher Stellvertretungspolitik genug - Politik von Betroffenen für Betroffene ist bei weitem authentischer und würde neue, wichtige gewerkschaftliche Aktionsfelder eröffnen - gerade für jene Bevölkerungsgruppen, die besonders von den Härten der Arbeitswelt betroffen sind."

Auch Erwerbsarbeitslosen sollten innerhalb des ÖGB Formen gewerkschaftlicher Betätigung geboten werden. "Auch hier giltes, die Selbstorganisation von Betroffenengruppen zu forcieren. Gerade wo weitere Verschärfungen für Arbeitslose - etwa bei den Zumutbarkeitsbestimmungen - immer wieder andiskutiert werden. Was in Frankreich oder der BRD bereits Alltagsgeschäft der Gewerkschaften ist, nämlich die Organisation von Arbeitslosen, sollte auch in Österreich endlich offensiv angegangen werden."

"Der Mitgliederzuwachs bei Jugendlichen ist erfreulich. Die Gewerkschaften sind nun besonders gefragt, jene Themen, die politisch aktive und interessierte Jugendliche besonders bewegen - freier Zugang zu Bildung, Widerstand gegen Neoliberalismus und antirassistisches und antifaschistisches Engagement - auch glaubwürdig und nachhaltig zu gewerkschaftlichen Themen zu machen. Gewerkschaften müssen bewusst gesellschaftliche Gegenmacht zum neoliberalen, antidemokratischen Zeitgeist bilden. Dann werden sie attraktiver und müssen auch nicht weiteren Mitgliederschwund fürchten," schließt Markus Koza.

Rückfragehinweis: Mag. Markus Koza, AUGE-Büro: 505 19 52

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