Mehr als 700 Jugendliche protestieren gegen den Lehrstellenmangel

E-Mail-Aktion der Gewerkschaftsjugend soll Minister Gehrer und Bartenstein aufrütteln

Wien (ÖGJ). "Ausbildung statt Abfangjäger" verlangen 700 UnterstützerInnen der E-Mail-Protestaktion der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) und GPA-Jugend. Sie fordern Ministerin Gehrer und Minister Bartenstein auf, endlich gegen die dramatische Situation bei der Lehrlingsausbildung aktiv zu werden. "Die Minister spielen heile Welt, während immer mehr Jugendliche auf der Straße stehen. Mit dem Protest-E-Mail wollen wir auf die Probleme der mehr als 11.669 Jugendlichen hinweisen, die vom Lehrstellenmangel betroffen sind", erklärt der Bundessekretär der ÖGJ, Stefan Maderner.++++

"Die Aktion läuft erst seit 9. Juli, dennoch wurden bereits mehr als 700 E-Mails verschickt. Das zeigt die Dringlichkeit der Lehrstellenproblematik", so Maderner. Denn während Monat für Monat neue alarmierende Zahlen veröffentlicht werden, hüllen sich die zuständigen Minister weiter in Stillschweigen. "Jugendliche werden in kurzfristigen Überbrückungsmaßnahmen versteckt, die ihnen keine Vorteile am Lehrstellenmarkt bringen. Wir fordern ein funktionierendes Auffangnetz und einen Lastenausgleich unter den Betrieben. Alle österreichischen Unternehmen profitieren von den ausgezeichneten FacharbeiterInnen - sie sollen auch gemeinsam für ihre Ausbildung bezahlen", betont Maderner.

Versprechen einlösen!

Bereits im Februar hatte Minister Bartenstein jedem Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zugesagt. "Wir fordern nun die Einlösung dieses Versprechens. Mehr als 11.000 Jugendliche warten darauf", so Maderner. Die ÖGJ tritt für eine unbefristete Verlängerung des Jugendausbildungssicherungsgesetzes ein, damit das bestehende Auffangnetz aus Stiftungen und kurzfristigen Lehrgängen gesichert bleibt. Dieses Angebot müsse weiter verbessert werden, fordert der ÖGJ-Bundessekretär: "Lehrgänge werden nicht auf nachfolgende Ausbildungen angerechnet, außerdem fehlt die Möglichkeit, die Lehrabschlussprüfung im Rahmen der Kurse abzulegen. Wir fordern reale Chancen für die Jugendlichen am Arbeitsmarkt. Die Qualität des Auffangnetzes muss verbessert werden", so Maderner.

Repetierverbot aussetzen!

Durch den Schulschluss habe sich die Situation am Lehrstellenmarkt weiter verschlechtert. "Zusätzlich zu den zahlreichen Schulabgängern drängen nun auch jene Jugendlichen auf den Arbeitsmarkt, die vom Repetierverbot in den berufsbildenden höheren Schulen betroffen sind. Wer etwa in einer HTL mehr als drei Nicht-Genügend im Abschlusszeugnis der ersten Klasse hat, darf das Jahr nicht wiederholen", erklärt Maderner. Das Repetierverbot solle wie schon in den vergangenen drei Jahren ausgesetzt werden, fordert die ÖGJ.

Studiengebühren abschaffen!

"Österreich braucht gut ausgebildete WissenschafterInnen, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Die Studiengebühren schließen jedoch immer mehr junge Menschen von der Universität aus. Daher fordern wir die Wiederherstellung des freien Hochschulzugangs und bessere Bedingungen für die Studierenden", schloss Maderner. (tb)

Die Protestaktion der Gewerkschaftsjugend geht weiter. Machen Sie mit unter www.oegj.at

ÖGB, 18. Juli 2002
Nr. 610

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