ARBÖ: EU erleichtert die Reisebestimmungen für Haustiere

Verordnung noch nicht in Kraft

Wien (ARBÖ): Ende Juni haben der EU-Rat und das Europäische Parlament eine Verordnung über die Einreise von Heimtieren in die EU bzw. zwischen den Mitgliedstaaten erlassen.

Tierfreunde können Hunde/Katzen und Frettchen, gemäß des neuen Regelwerkes, frei über die EU-Binnengrenzen führen. Diese müssen entweder eine deutlich erkennbare Tätowierung oder ein elektronisches Kennzeichen tragen. Ihr Herrchen hat zusätzlich noch einen (von einem behördlich ermächtigten Tierarzt ausgestellten) Ausweis für sie mitzuführen. Aus diesem muss hervorgehen, dass das Tier gegen Tollwut geimpft wurde.

Bei Jungtieren unter 3 Monaten liegt es am einzelnen Mitgliedsland, ob dieses auf die Impfung verzichten will, informiert der ARBÖ.

Diese Verordnung ist bis dato noch nicht im Amtsblatt der EU veröffentlicht worden - und somit noch nicht in Kraft! Laut Auskunft der Vertretung der Europäischen Kommission in Österreich gegenüber dem ARBÖ, ist damit wohl erst im August oder Anfang September zu rechnen.

Möglich wurde der Beschluss durch die spektakulären Impferfolge gegen Tollwut innerhalb der letzten 10 Jahre: So führten strenge Impfprogramme für Füchse innerhalb des EU-Raums zu einem deutlichen Rückgang dieser Krankheit bei Haustieren.

Die neue EU-Norm unterscheidet zwischen 3 Gruppen von Tieren:
1. Hunde/Katzen
2. Frettchen
3. alle anderen Tiere, wie Fische, Reptilien, Vögel (ausgenommen Geflügel, da wirtschaftlich nutzbar), Wirbellose Tiere (ausgenommen Bienen), usw.

Die dritte Gruppe kann ohne behördliche Auflagen in den EU-Raum bzw. zwischen den Mitgliedstaaten mitgenommen werden.

Tiere, die für den Verkauf, Schlachtung, bzw. für eine wirtschaftliche Nutzung bestimmt sind, fallen nicht unter die Verordnung - egal welcher der drei Gruppen sie angehören!

Weiters wurde der ARBÖ informiert, dass die Verordnung auch für (die Nicht-EU-Staaten) Andorra, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen, San Marino, Schweiz und dem Vatikan gilt. Großbritannien, Schweden und Irland wurde eine Übergangszeit von 5 Jahren nach Inkrafttreten der Verordnung gewährt.

Keine Verordnung ohne Ausnahmen

Dem ARBÖ gegenüber wurde erklärt, dass in Großbritannien, Schweden und Irland zwei wesentliche Ausnahmen gelten: Zusätzlich zur Impfung wird noch die Untersuchung einer dem Tier abgenommen Probe, die sogenannte "Antikörper-Titration", verlangt. Bei diesem Test geht es darum, ob die Impfung tatsächlich erfolgreich war.

Jungtiere müssen warten bis sie das entsprechende Impfalter von 3 Monaten erreicht haben. Immerhin sollen unseren Haustieren auch in diesen Ländern in Zukunft unerfreuliche Quarantänemaßnahmen erspart bleiben, wurde dem ARBÖ versichert.

Haustiere aus Drittstaaten

Während die Mitnahme von behaarten, schnurrenden oder bellenden Begleitern innerhalb der Union erleichtert wird, gelten für "Drittstaaten" strengere Maßnahmen:

Für Heimtiere aus Drittstaaten, welche über ein als "ausreichend" angesehenes Impfprogramm verfügen, gelten die schon ausgeführten Bestimmungen.
Allerdings konnte noch niemand dem ARBÖ erklären, welche Länder unter diese Bestimmung fallen werden, da für diese Frage seitens der EU ein entsprechendes, längerfristiges Verfahren vorgesehen ist.

Haustiere aus sonstigen Drittländern benötigen zur Einreise zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen noch die Überprüfung einer dem Tier abgenommen Probe, die ein behördlich bevollmächtigter Tierarzt mindestens dreißig Tage nach der Impfung und mehr als drei Monate vor der Einreise entnommen hat.

Großbritannien, Schweden und Irland stellen Haustiere aus nicht tollwutsicheren Ländern weiter unter Quarantäne, wenn die Tiere unmittelbar oder über Transit in deren Hoheitsbereich gelangen.

Die Mitgliedstaaten werden verpflichtet, der Öffentlichkeit eine verständliche und leicht zugängliche Information zukommen zu lassen. Der ARBÖ wird die Tierfreunde weiter am Laufenden halten.

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181215 Jul 02

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