Waneck: Jetzt gratis Kaliumjodidtabletten für Kinder erhältlich

Österreich ist gegen Reaktorunfall gerüstet

Wien, (BMSG/STS) – "Ab Ende Juli sind in allen Apotheken und Hausapotheken Kaliumjodidtabletten für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, Schwangere und Stillende gratis erhältlich", gab heute FP-Staatssekretär Univ. Prof. Dr. Reinhart Waneck bekannt. "Damit hat die Bundesregierung den optimalen Schutz für die Österreichische Bevölkerung im Falle eines Reaktorunfalls gewährleistet." ****

Kaliumjodid blockiere die Schilddrüse gegenüber radioaktivem Jod und verhindere so die bei Reaktorunfällen häufigen Schilddrüsenkarzinome bei Kindern und Jugendlichen, gab Waneck bekannt. In Russland, der Ukraine und Weißrussland erkrankten nach der Katastrophe in Tschernobyl laut UNICEF-Schätzungen an die 6 bis 8000 Kinder an Schilddrüsenkrebs. "Österreich hat als eines der ersten Länder weltweit auf diese Bedrohung reagiert und zum Schutz der Bevölkerung Kaliumjodidtabletten angekauft", so Waneck.

Insgesamt, so Waneck, seien in Österreich 6,5 Millionen Packungen bevorratet, die sich nicht vom Inhalt sondern - aus organisatorischen Gründen - nur durch die Packungsfarbe unterscheiden. Jene die für Kinder bis 18 Jahre, stillende und schwangere Mütter vorgesehen seien, seien gratis und formlos in der rot markierten Packung erhältlich. Erwachsene von 18 bis 40 Jahre können die Tabletten in der grün markierten Packung zu 1,70 Euro, sowohl in der Apotheke als auch in der Hausapotheke erwerben. Bei über 40-jährigen sei eine Einnahme nicht mehr sinnvoll.

Österreich sei Vorreiter in der Bevorratung von Kaliumjodidtabletten, betonte Waneck. Nur Belgien, Luxemburg, Finnland und Irland würden ebenso wie Österreich eine Vollversorgung für Kinder und Jugendliche gewährleisten. Größere Länder mit Kernkraftwerken, würden lediglich im Umfeld ihrer AKW´s Kaliumjodidtabletten anbieten. Die Kosten dieser Vorsorgemaßnahme bezifferte Waneck mit rund 1,8 Millionen Euro, die das Gesundheitsressort zur Gänze trage. Besonderer Dank, so Waneck weiter, gebühre den Apothekern und Ärzten mit Hausapotheken, die diese Zivilschutzmaßnahme durch ihren Einsatz erst möglich gemacht hätten.

Geplant sei eine Bevorratung von einem Drittel in Apotheken und zwei Drittel in Hausapotheken und Krankenanstalten. Weiters sei eine Bevorratung der Tabletten auch in Kindergärten und Schulen möglich und vorgesehen. Die Einnahme der Tabletten solle erst nach Aufruf der Behörde erfolgen, so Waneck. Die Einnahmemenge werde je nach Bedrohungsintensität im Anlassfall ebenfalls von der Behörde erlassen. Die Tabletten sind bis 31. Dezember 2009 haltbar.

"Österreich ist von einer Reihe von Kernkraftwerken umgeben, die eine ständige Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung darstellen. Wir können einen Unfall nicht verhindern, aber wir können die Schäden und Folgewirkungen minimieren. Dies ist uns mit der flächendeckenden Bevorratung von Kaliumjodidtabletten gelungen", betonte Waneck. (Schluss) mg bxf

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