Polen: Bulletin Kultur

Waldemar Dabrowski - Kulturminister

Wien (OTS) - Am 5. Juli wurde Waldemar Dabrowski neuer Kulturminister in der Regierung Leszek Miller. Er ersetzte Andrzej Celinski in diesem Amt. "Zu Beginn möchte ich mir ansehen, was mein Vorgänger Andrzej Celinski geleistet hat und wie weit die Arbeiten an der Reform des Kultursystems gediehen sind. Am wichtigsten für mich wird die bessere Verteilung der öffentlichen Gelder sein, damit sie den größten Talenten und auch den wichtigsten künstlerischen Einrichtungen zugute kommen, deren Bedürfnisse heute riesig sind. Angesichts der wirtschaftlichen Änderungen dürfen diese Einrichtungen nicht in eine ausweglose Lage geraten. Es ist unabdinglich, die kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu bemerken und zu entwickeln, damit sie nicht auf das tiefste Niveau absinken. Dann nämlich finden die Rezepte jener Gehör, die nicht einmal die Oberschule besucht haben. Ich bin auch dafür, die Beziehungen zwischen der Welt der Wirtschaft und der Kultur als solche zu verstehen, in denen die Mitverantwortung zählt. So verstehe ich die reife Demokratie. Das sollte mit der Einführung eines Systems von Lösungen verbunden werden, die zu privatem Mäzenatentum auffordern. Ich brauche die Unterstützung unserer Bestrebungen nach Integration mit der Europäischen Union nicht zu erwähnen, denn das ist nicht nur eine Chance, Polen von seiner besten Seite zu zeigen, sondern auch neue Mittel für die polnische Kultur zu gewinnen", sagte Minister Dabrowski. In den Jahren 1994-1998 war Waldemar Dabrowski Präsident der Polnischen Agentur für Auslandsinvestitionen PAIZ. In jener Zeit erdachte und installierte er das Ferienfestival der Stars in Miedzyzdroje (Wojewodschaft Westpommern). Im September 1998 erhielt Waldemar Dabrowski einen vierjährigen Vertrag in das Amt des Direktors des Großen Schauspielhauses-Nationaloper, der im Frühjahr 2002 auf weitere vier Jahre verlängert wurde.

Zagajewski ist nach Krakau zurückgekehrt

Am 8. Juli kehrte der Dichter Adam Zagajewski nach einem zwanzigjährigen Exil aus Paris nach Krakau zurück. Bald wird er bekannte amerikanische Dichter und Studenten zu Gast haben, die er zu einer poetischen Sommerschule nach Krakau eingeladen hat. "Vorläufig fühle ich mich merkwürdig inmitten von nicht ausgepackten Kartons. Außer dem amerikanischen Juliseminar habe ich sehr bescheidene Pläne:
ich möchte hier leben und schreiben", sagte Adam Zagajewski, der erklärte, dass er sich seit längerer Zeit mit dem Gedanken der Rückkehr getragen habe, doch das war erst möglich geworden, nachdem seine Tochter sich auf eigene Füße gestellt hatte. Jetzt wohnt er in Krakau, doch mindestens vier Monate im Jahr wird er in Houston verbringen und an der dortigen Universität Vorlesungen halten. "Krakau ist für mich vor allem die Stadt meines Studiums, in die ich mit andächtiger Bewunderung aus dem Provinzstädtchen Gleiwitz (Gliwice) gekommen bin. Ich entdecke diesen Studenten noch immer in mir, der mit höchster Bewunderung durch diese Stadt gegangen ist und meinte, dass in jedem Bürgerhaus ein Philosoph, Dichter oder Komponist wohnt", sagte Adam Zagajewski. Auf Initiative von Adam Zagajewski findet hier erstmals - vom 17. bis 24. Juli - eine amerikanische poetische Sommerschule "Summer Poetry Seminar" statt. Solche unter Teilnahme von Studenten und namhaften Dichtern in Europa veranstaltete Schulen sind in den Vereinigten Staaten sehr beliebt. "Mir gab Czeslaw Milosz den Anstoß", räumte Adam Zagajewski ein. Auf die Person von Czeslaw Milosz wird sich das Krakauer "Summer Poetry Seminar" vor allem konzentrieren, das dank privater Mittel der amerikanischen Familie Huston stattfindet. Es kommen sechs bekannte amerikanische Dichter, Professoren an den dortigen Universitäten, nämlich: Brenda Hillman, Jane Hirshfield, Rosanna Warren, Bob Hass, Edward Hirsch und Charles Kenneth Williams.

La Fontaine's Fabeln in Chagalls Illustration

Im Literaturmuseum in Warschau wurde die Ausstellung "Marc Chagall, Illustrationen zu La Fontaine's "Fabeln'" eröffnet. Die Exposition besteht aus 70 Blättern, die unter 104 ausgewählt wurden. Sie kommt aus Chateau-Thierry, dem Geburtsort des berühmtesten Dichters im 17. Jahrhundert in Frankreich, wo sich ein Museum seines Namens mit einer Sammlung von Kunstwerken befindet, die von den "Fabeln" inspiriert wurden. Die Ausstellung wird bis zum 10. September geöffnet sein.

Europäische Premiere des Konzerts von Penderecki

Am 28. September während des Festivals Warschauer Herbst wird die europäische Premiere des Klavierkonzerts von Krzysztof Penderecki stattfinden. Das neueste Werk von Krzysztof Penderecki wird am Tag des Festivalfinales erklingen, und seine Interpreten werden der Pianist Barry Douglas und das Nationale Sinfonieorchester des Polnischen Rundfunks unter der Stabführung von Gabriel Chmura sein. Im Programm dieses Konzerts befinden sich auch die Werke "Riff 62" von Wojciech Kilar und die VI. Sinfonie von Per Noergard. Während des Warschauer Herbstes, der bereits das 45. Mal stattfindet, stehen 22 Premieren auf dem Programm.

Wajda dreht einen Film über Katyn

Andrzej Wajda möchte so schnell wie möglich die Dreharbeiten zu einem Film über Katyn beginnen. Das Drehbuch entsteht aufgrund des Romans von Wlodzimierz Odojewski, der extra für die Bedürfnisse des Films geschrieben wurde. "Seit einigen Jahren habe ich einen Text gesucht, auf dessen Grundlage ich einen Film über die Tragödie von Katyn drehen könnte. Ich habe mit einigen Drehbuchautoren zusammengearbeitet, aber ihre Ideen haben mich nicht angesprochen. Da habe ich mir gedacht, dass ich mich an einen Schriftsteller wenden müsse. Meine Wahl fiel auf Wlodzimierz Odojewski, was aufgrund seiner Interessen ziemlich logisch war", sagte Andrzej Wajda.

Musikcampus in Luslawice

Neben dem Landhaus und dem Park von Krzysztof Penderecki in Luslawice (Wojewodschaft Kleinpolen) soll das internationale Zentrum der Musik, des Balletts und Sports entstehen. Das erste Objekt wird der Konzertsaal sein, dessen Bau schon 2003 geplant ist - zum 70. Geburtstag des berühmten Komponisten. Wojciech Ciurzynski, der stellvertretende Geschäftsführer des Finanzzentrums "Pulawska", leitet die Investition im Namen des Verbands Musikakademie "Krzysztof Penderecki". Er erklärt, dass der Finanzierungsplan für den Bau des Campus in einem Monat fertig sein wird. Die Gelder sollen sowohl aus in- als auch aus ausländischen Quellen stammen. Das Krakauer Studio von Marek Dunikowski erstellt das Bauprojekt. "Vor Jahren habe ich dort mit meiner Frau Kammermusikfestspiele veranstaltet. Ich habe damals Werke bei Komponisten aus den Nachbarländern, insbesondere bei russischen, aber auch bulgarischen und tschechischen, bestellt. Ich möchte, dass begabte junge Menschen aus Polen und anderen Ländern nach ihrem Musikstudium hierher kommen und sich mit den namhaftesten Professoren treffen können, zu denen sie normalerweise keinen Zugang haben. Vielleicht gelänge es auch, Lehrgänge für besonders begabte Schüler von Musikschulen zu organisieren. Ich möchte die hervorragendsten Musiker auf der Welt hierher holen, die meine Freunde sind und mit denen ich in vielen Ländern konzertiere. Wir greifen auf bewährte Vorbilder zurück, die ich im Westen kennen gelernt habe. Dort sind Musik, modernes Ballett und Erholungsmöglichkeiten immer miteinander verbunden. So soll es auch im Musikcampus in Luslawice sein, wohin die jungen Menschen zu zwei-dreimonatigen Durchgängen kommen. Neben dem Konzertsaal für 500 Plätze und Übungsräumen wird es auch einen Hotelteil sowie eine Sportbasis mit Schwimmbad und Tennisplätzen geben", sagte Krzysztof Penderecki.

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181059 Jul 02

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