HGPD: "Sind mehr als 26.000 Arbeitslose im Tourismus nicht genug?"

Tourismusgewerkschaft kritisiert Forderungen nach immer neuen Saisoniers

Wien (HGPD/ÖGB). "Kaum hat die Sommersaison angefangen, klagen Wirte und Hoteliers wieder einmal über zu wenig Arbeitskräfte im Tourismus. Und das obwohl im Juni 26.462 Arbeitslose in der Branche gemeldet worden sind - neun Prozent mehr als im Juni 2001", ärgert sich der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske über neuerliche Forderungen nach Ausweitung des Saisonier-Kontingents: "Zu den bereits bewilligten 6.440 Saisoniers sollen Hunderte weitere Billigarbeitskräfte aus Mittel- und Osteuropa kommen. Inländer und in Österreich wohnhafte Ausländer müssen stempeln gehen." ++++

Kaske weiter: "Bei denen, die am lautesten nach Saisoniers schreien, handelt es sich um die üblichen Verdächtigen. Wer nämlich rechtzeitig auf anständige Arbeitsbedingungen schaut, muss sich auch in der Hochsaison keine Sorgen machen, dass er zu wenig Personal hat." Der Tourismusgewerkschafter meint in Richtung Wirtschaftsminister: "Bartenstein scheint die Arbeitslosigkeit egal zu sein. Jemandem, der sich - so wie er - als willfähriger Erfüllungsgehilfe der Wirtschaft erweist, sollte der Titel Arbeitsminister aberkannt werden."

Noch beim Tourismusgipfel im April habe Bundeskanzler Schüssel von der "Job- und Einkommensmaschine Tourismus" gesprochen, erklärt der HGPD-Vorsitzende, und jetzt lasse eben diese Regierung zu, dass Tausende Billigarbeitskräfte die Arbeitslosigkeit steigern und das Lohnniveau drücken. Kaske abschließend: "Wir wollen, dass sich die Urlauber in unserem Land weiter wohl fühlen. Nur wer fair behandelt wird, kann freundlich und fröhlich seine Arbeit tun. Wenn aber weiterhin Lohn- und Arbeitsbedingungen geboten werden, die qualifizierte Mitarbeiter aus der Branche treiben, und die Wirtschaft ihr Heil in Billiglohnkräften aus dem Ausland sucht, dann gute Nacht, Tourismusland Österreich."(kk)

ÖGB, 18. Juli 2002
Nr. 607

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