EADS: Faire Partnerschaft mit Österreich

Der EADS-Vorstandsvorsitzende Aloysius Rauen begrüßt die Entscheidung Österreichs für den Eurofighter

Wien (OTS) - Heute Morgen haben die offiziellen Vertragsverhandlungen zwischen der Republik Österreich und dem EADS-Konzern in Wien begonnen. Beide Partner haben ihre Verhandlungsteams nominiert, die ab nächster Woche die Details der Abfangjägerbeschaffung besprechen werden und bis Herbst dieses Jahres einen unterschriftsreifen Vertrag ausarbeiten sollen.

Der Vorstandsvorsitzende der EADS Military Aircraft, Aloysius Rauen, betonte die Bedeutung der österreichischen Entscheidung für den EADS-Konzern, als ein klares Signal für Europa. Österreich ist das erste Land das sich für den Eurofighter entschieden hat, das nicht in dem Konsortium bestehend aus Alenia/Finmeccanica (Italien), BAE-Systems (Großbritannien) und EADS (Deutschland und Spanien) vertreten ist. Rauen: "Wir danken für den Vertrauensvorschuß, den man uns gegeben hat und versprechen eine transparente Umsetzung der Gegengeschäfte mit Österreichs Wirtschaft. Wir werden alles unternehmen, um das in uns gesetzte Vertrauen zuerfüllen."

Bezüglich der Gegengeschäfte gab sich Rauen optimistisch, da Österreich nicht nur ein starker Industriepartner in Europa ist, sondern auch über eine moderne Technologiebasis verfügt, die nicht nur für den EADS-Konsortium sondern auch die Muttergesellschaften dieser vier Unternehmen interessant ist. Rauen verwies dabei auf Muttergesellschaftder deutschen EADS, den Daimler-Chrysler-Konzern.

Das Eurofighter-Programm

Der Eurofighter ist das modernste Mehrzweck-Kampfflugzeug der Welt, das derzeit auf dem Markt ist. Bisher sind 620 Maschinen von den Luftwaffen Deutschlands (180), Großbritanniens (232), Italiens (121) und Spaniens (87) bestellt worden. Es gibt zudem Verträge für Optionen auf 90 weitere Maschinen mit diesen Ländern. Neben dem Auftrag aus Österreich für 24 Maschinen liegt noch ein paraphierter Vertrag mit Griechenland über 60Eurofighter vor.

In der Produktion liegt der Konzern sowohl beim Zeit- als auch beim Kostenrahmen voll im Programm. 85 Maschinen sind derzeit in den verschiedenen Stadien der Produktion. 2.200 Testflüge wurden bisher mit 7 Prototypen und denersten Serienmaschinen absolviert. Die Auslieferung der ersten Serienmaschinen erfolgt Ende 2002.

Das österreichische Bundesheer wird, nach dem Stand der Angebotslegung von EADS, bis Ende 2004 die beiden ersten Flugzeuge erhalten. Im darauffolgenden Jahr sollen die nächsten 10, 2006 weitere 5 und 2007 soll der österreichische Auftrag mit der Lieferung der letzten 7Maschinen abgeschlossen werden.

Der Eurofighter - Das Kampfflugzeug von morgen Made in Europe

Entscheidend für die Anschaffung eines Kampfflugzeuges sind, so Aloysius Rauen, nicht die Beschaffungskosten, sondern die Lebenszykluskosten, d.h. Anschaffungs-, Wartungs- und Servicekosten. Daher war das Designziel des Eurofighter ausgerichtet auf möglichst geringeLebenswegkosten, und eine möglichst hohe Flotteneffizienz ?Wartungszyklus, Flugdauer und Einsatzbereitschaft.

Der Eurofighter zeichnet sich durch sein enormes Auswuchspotenzial aus.Er ist für die Nutzung zukünftiger Technologien vorbereitet und ausbaufähig, um im technischen Bereich jederzeit den neuesten Stand bieten zu können.

Mit dem Einsatz in den Luftwaffen Deutschlands, Großbritanniens, Italiens und Spaniens verfügt er über eine hohe Interoperabilität, die dem österreichischen Bundesheer offen steht. Durch Kooperationen der Luftwaffen untereinander bei Pilotenausbildung, Logistik, Wartung und Ersatzteilen können weiter Kosten reduziert werden.

Die Umsetzung der Gegengeschäfte

"Es wird nie mehr gelogen als bei Off-Set-Geschäften und auf Beerdigungen", versuchte EADS Vorstandsvorsitzender Rauen das Problem dieses Themas auf den Punkt zu bringen. Daher wird sich der EADS Konzern um möglichst hohe Transparenz bemühen. Das Unternehmen hat in der 25jährigen Partnerschaft der Konsortiums-Mitglieder, etwa bei derProduktion des "Tornado", viel Erfahrung im Bereich der Gegengeschäfte gemacht.

"Faire Partnerschaft heißt faire Umgangsweise miteinander. Das haben wir, und das können Sie mit glauben, in diesen 25 Jahren gelernt. Und so gehen wir mit unseren Partnern, unseren Kunden um", erklärte Rauen. Denn nur ein zufriedener Kunde ist auch ein gute Werbepartner für das Unternehmen. Diesem Umstand wird Rechnung getragen, als der Verkaufsleiter der EADS, Reinhold Faltlhauser, extra für die Verhandlungen mit Österreich von seinen bisherigen Aufgaben freigestellt wurde, um sich voll und ganz auf den Vertragsabschluß mit Österreich konzentrieren zu können.

Die Chancen für Österreichs Wirtschaft

Stefan Moser, für den Off-Set-Bereich zuständiger Manager der EADS, bestätigte, daß es mit 18 österreichischen Unternehmen "Memoranda of Understanding" in Höhe von rund 2 Mrd. Euro gibt. Österreichische Unternehmen erhalten nicht nur die Chance bei der Produktion desEADS-Konzerns im militärischen und zivilen Bereich einzusteigen, sondern auch bei der Entwicklung neuer und der Weiterentwicklung bestehender Projekte mitzuarbeiten. Was den Bereich der Luftfahrt betrifft nannte Rauen hier die Projekte Eurofighter, Airbus A 380 und den Militärtransporter A 400M.

Mit der Entscheidung Österreichs für den Eurofighter werden nicht nur Unternehmen, die bereits jetzt Aufträge aus dem Bereich des EADS-Konzerns erhielten, zusätzliche Aufträge erhalten. Mit diesem Schritt wird auch anderen Unternehmen der Einstieg ermöglicht. Dasbeinhaltet neben Produktionsaufträgen, auch Aufträge für die Forschung in Österreich. "Österreich hat in den letzten Jahren den Bereich der High-Tech-Industrie forciert und eine moderne Technologiebasis geschaffen, die wir im Rahmen der Gegengeschäfte für uns nutzbar machen wollen", betonte Rauen.

Aufgrund dieser vorhandenen Basis hat der Konzern auch die Gegengeschäfte in der Höhe von 200 Prozent des Kaufpreises als machbar eingestuft.

Zusätzlich will EADS zusammen mit österreichischen Banken einen "Business Developement Fonds" auf die Beine stellen. Das wird ein Finanzierungsfonds für die High-Tech-Industrie in Österreich, der insbesondere für den Bereich der Produktentwicklung für die EADS genutzt werden soll. Zur Zeit ist ein Umsatzvolumen von rund 500 Mio. Euro für die Laufzeit von 15 Jahren im Gespräch.

Über die Kontakte mit der ARGE Off-Set von Wirtschaftskammer undIndustriellenvereinigung will EADS insbesondere an die österreichischen Klein- und Mittelbetriebe (KMU) herantreten. Damit will EADS Sorge tragen, daß eine Streuung der Aufträge über das ganze Land erreicht wird, und nicht nur einzelne Industriezentren bei den Gegengeschäften zum Zug kommen.

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