"Keine Verbilligungen beim Autohandel zu erwarten"

Havelka warnt vor falschen Hoffnungen - GVO trifft Klein- und Mittelbetriebe

Wien (PWK534) - "Durch die heute bekannt gegebene Neuregelung des Autovertriebs in Europa wird es zu keinen Verbilligungen im Fahrzeughandel kommen. Die niedrigen Handelsspannen und die weit verbreiteten Nachlässe erlauben keinen Spielraum in der Preisgestaltung", nahm der Obmann des Bundesgremiums Fahrzeughandel in der Wirtschaftskammer Österreich, Heinz Havelka, zur neuen Verordnung der EU-Kommission Stellung, die am 1. Oktober 2002 in Kraft tritt.

Diese sogenannte Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) werde, so Havelka, die Klein- und Mittelbetriebe treffen und die Marktmacht der Großketten fördern. Dadurch sind Arbeits- und Ausbildungsplätze in Gefahr.

Bei der Umsetzung der neuen Bestimmungen werde man jetzt darauf achten müssen, den Weiterbestand der Klein- und Mittelbetriebe zu sichern: "Wir werden darauf schauen, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Dafür wird sich die Wirtschaftskammer mit Nachdruck einsetzen", kündigte der Branchensprecher an.

Die Ankündigung von EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti im Frühjahr, wonach die Konsumenten mit um drei bis fünf Prozent billigeren Autos rechnen könnten, bezeichnete Havelka als "geradezu fahrlässig". Die Branche habe durch die Äußerungen Montis einen Schaden erlitten, da viele potentielle Autokäufer ihre Käufe zurückgestellt hatten und der Absatz im Autohandel entsprechend zurückgegangen ist. Havelka äußerte weiters die Sorge, dass die Qualität der Reparaturen unter dem zunehmenden Druck zurückgehen werde. Der Vorsteher Bundesinnung der Kfz-Techniker, Alois Edelsbrunner, hatte ebenfalls darauf hingewiesen, dass im Werkstätten-Bereich keine Verbilligungen zu erwarten sind.

Durch die von der EU-Kommission beschlossene Liberalisierung des Autohandels kann, wie berichtet, ein Händler künftig - unter leichteren Bedingungen als bisher - mehr als nur eine Automarke führen. Dies wird vom Autohandel begrüßt. Für das Auslaufen des Gebietsschutzes ist eine längere Übergangsfrist vorgesehen.

Den Grund für die Preisunterschiede bei Neuwagen in Europa sieht Havelka in der fehlenden Harmonisierung der Steuern und Abgaben. Nach Meinung des österreichischen Handels könne eine wirkliche Preissenkung nur durch eine europaweite Senkung der Steuerquote erreicht werden, was aber in den nächsten zehn Jahren sicher nicht der Fall sein dürfte. So fallen beispielsweise beim Autokauf in Österreich bis zu 40 Prozent Steuern an, in Deutschland sind es hingegen nur 16 Prozent. Für einen EU-weite Vereinheitlichung tritt der Fahrzeughandel übrigens auch bei Abschreibemöglichkeiten und beim Vorsteuerabzug ein. (hp)

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OTS0138 2002-07-17/14:15

171415 Jul 02

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