Pröll: SP- und Grünen-Vorwurf zu Großbauern-Lastigkeit geht ins Leere

Klein- und Mittelbetriebe von Kommissionsvorschlag betroffen -Bauernbund dagegen

Wien, 17. Juli 2002 (AIZ). - "SPÖ-Agrarsprecher Gradwohl und der grüne Landwirtschaftssprecher Pirklhuber haben wieder einmal - in trauter Zweisamkeit - anlässlich der Vorschläge der EU-Kommission zur Reform der europäischen Agrarpolitik ihre Inkompetenz in die Auslage gestellt. Bundesminister Molterer und dem Bauernbund vorzuwerfen, nur die Interessen der Großbauern und nicht die der kleinen und mittleren bäuerlichen Betriebe zu vertreten, zeugt einmal mehr von agrarpolitischer Ahnungslosigkeit seitens der SPÖ und der Grünen", stellte heute Josef Pröll, Direktor des Österreichischen Bauernbundes, in einer Aussendung fest.

Der Österreichische Bauernbund, die Präsidentenkonferenz der Landwirtschaftskammern und Bundesminister Molterer hätten zu den Vorschlägen der EU-Kommission eindeutig Position bezogen. Die geplante Entkoppelung der Direktzahlungen von der erbrachten Leistung und die geplante zeitliche Degression träfen keineswegs nur so genannte "Großbauern", sondern berührten die kleinen und mittleren Betriebe ganz zentral. "Vor allem die geplante Degression der Ausgleichszahlungen für Betriebe ab EUR 5.000,- pro Jahr trifft die kleineren und mittleren bäuerlichen Betriebe unseres Landes ins Mark. Ab einer Größe von circa 14 ha haben die Bauern je nach Betriebstyp laut Reformvorschlag mit Kürzungen zu rechnen. Jene, die die Reformvorschläge daher uneingeschränkt bejubeln, sind auch diejenigen, die unsere klassischen Klein- und Mittelbetriebe opfern wollen", führte Pröll weiter aus.

Bauernbund gegen Einbußen für Klein- und Mittelbetriebe

Der Österreichische Bauernbund versperre sich keineswegs einer qualitätsorientierten und ökologischen Ausrichtung der Agrarpolitik. Im Gegenteil: Österreich sei auf diesem Weg schon lange europäischer Vorreiter. Es könne jedoch nicht so sein, dass eine Agrarreform präsentiert wird, die genau diesen erfolgreichen Weg revidiert und kleinere und mittlere Betriebe negativ in ihrer Entwicklung beeinflusst. Deswegen habe der Österreichische Bauernbund auch eine klare, sachlich fundierte Position bezogen. "Die Vorwürfe der beiden Landwirtschaftssprecher von SPÖ und Grünen sind falsch und gehen daher vollkommen ins Leere", so Pröll.

"Im Gegensatz zur SPÖ und den Grünen ist der Österreichische Bauernbund Anwalt der Interessen aller österreichischen Bauern und als solcher auch einer Reform verpflichtet, die in die Zukunft weist. Das Ausspielen von 'groß' und 'klein' und das Schüren von Neidkomplexen lehnen wir entschieden ab. Unterstrichen wird die skeptische Haltung gegenüber der geplanten Reform alleine schon dadurch, dass vor allem sozialistische und grün geführte Regierungen Europas - die in der Vergangenheit ja bekanntlich mit Bäuerlichkeit und zukunftsweisender Agrarpolitik nichts am Hut hatten - jetzt die Reform heftig beklatschen. Alleine schon auf Grund dieser Tatsache ist erhöhte Vorsicht angebracht", stellte Pröll abschließend fest.
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