Buch über Wiener Brücken erschienen

"Querungen" geht den vielen Facetten der Brücken nach

Wien (OTS) - Zwanzig Jahre nach dem letzten Wiener Brückenbuch erscheint dieser Tage ein neues Buch über Wiener Brücken. Herausgegeben vom Leiter der Wiener Brückenbau-Abteilung, Walter Hufnagel, beschäftigt sich das gut 200 Seiten umfassende Buch in elf Kapiteln nicht nur mit den technisch-historischen Aspekten des Brückenbaus, sondern nimmt auch auf die symbolische, künstlerische, literarische und cineastische Bedeutung der Brücke Bedacht. Das im Sappl-Verlag erschienene Buch schreibt so gesehen auch nicht die Geschichte herkömmliche Brücken-Bücher fort, sondern ist ein erstmaliger Versuch anhand vieler Beispiele aus Literatur, Kunst und Film an die gesellschaftliche, wie großstädtische Bedeutung von Brücken zu erinnern. Die Fotos stammen u.a. vom Wiener Fotografen Manfred Seidel, die Textbeiträge schrieben die Historiker Peter Payer, Ernst Gerhard Eder, Werner Michael Schwarz und Hans-Christian Heintschel. In einem eigenen Kapitel gibt der amtierende Stadtrat für Stadtplanung und Verkehr, DI Rudolf Schicker, einen Ausblick auf die Zukunft der Mobilität für Wien. Das Buch wurde am Dienstag Abend bei der Brigittenauer Brücke der Öffentlichkeit vorgestellt.****

Über 800 Brücken, 345 Stützmauern und 218 Überkopfwegweiser werden gegenwärtig von der MA 29, der Brückenbau-Abteilung der Stadt Wien, betreut. Dennoch ist Wien, nach touristischen Images betrachtet, keine klassische Brückenstadt, wie etwa Prag, Budapest oder San Francisco. Nichtsdestotrotz widerspiegelt sich auch in Wien die gesamte Brückenbau-Geschichte, begonnen bei den Holz- und Steinbrücken im Mittelalter, über die Stahlbrücken im 19. Jahrhundert bis zu den modernen Stahlbetonbrücken ab dem 20. Jahrhundert. Das Buch "Querungen" beschreibt den Werdegang der Wiener Brückengeschichte bis in die allerjüngste Gegenwart, orientiert sich aber nicht nur an den ästhetisch gefälligen Brücken, sondern nimmt ebenso auch die anonym wirkenden Autobahnbrücken, wie auch die vielen unbekannten kleinen Verbindungen mit herein. Ein Interview mit dem Architektur-Historiker Walter Zschokke über die technikgeschichtlichen Entwicklungen und Problemstellungen runden diesen Aspekt ab. Ähnliches Interesse gilt auch dem Leben unter den Brücken, also etwa der oftmals unter den Brückenbögen beheimateten Jugendkultur. Ein weitere Facette widmet sich den symbolischen Ebenen der Brücke. Hier meint eine These, das die große Bedeutung der Brücke vorläufig vorbei zu sein scheint. Als Ursache wird vor allem das allgemein steigende Verlangen nach Mobilität genannt, dem sämtliche andere Aspekte, wie etwa die Ästhetik, untergeordnet würden. Ebenso scheint die "Brücke" auch im politischen Sprachhaushalt kaum mehr en vogue zu sein. Während frühere Politiker-Generationen unzählige "Brücken errichteten", wirkt heute die Brücken-Metapher eher deplaciert. Dafür scheint heute die Metapher des "Netzwerkes" en vogue zu sein. Die Bedeutung der Brücke in diversen bekannten Spielfilmen, von "Metropolis" über die "Brücke am Kwai" bis zu den "Liebenden von Pont-Neuf" kommt ebenfalls in den Aufsätzen vor, wie die Brücke in der Malerei der "Neuen Sachlichkeit".

Walter Hufnagel (Hg.), "Querungen. Brücken-Stadt-Wien", Verlag Sappl 2002, 224 Seiten, ISBN 3-902154-05-5 (Schluss) hch/

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170922 Jul 02

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