Bei plötzlich auftretenden Krisensituationen:

Psychosoziales AKUTteam bietet rasche Hilfe

St.Pölten (NLK) - Was macht man, wenn Betroffene und Angehörige nach einem Unfall mit Todesfolge selbst Hilfe brauchen? Seit einem Jahr wird bei plötzlich auftretenden Krisensituatio-nen immer mehr das Psychosoziale AKUTteam gerufen, das niederösterreichweit als interdisziplinäre Plattform aus 40 PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, ÄrztInnen und Diplom-SozialarbeiterInnen besteht. Diese Plattform versuche dann, als Krisen-management jenen zu helfen, die dringend psychologisch Hilfe brauchen, zog heute Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop gemeinsam mit dem Projektleiter Dr. Günther Kienast sowie mit Dr. Ingeborg Haslhofer-Jünnemann und DSA Regina Pinte-rits als Mitglieder der fachlichen Leitung eine erste Bilanz.

Das Psychosoziale AKUTteam soll und kann bei Unfällen mit Schwerverletzten oder mit Toten, bei Schuld am Tod anderer, bei einem plötzlichen Todesfall, bei einem Selbstmord oder eine Selbstmordversuch, bei Gewaltdelikten oder Mord, bei Ele-mentarereignissen in Anspruch genommen werden. "Die Hilfe in der ersten Schock-phase ist sehr entscheidend", argumentierte Prokop. Vor allem sei es notwendig, "die vorhandenen Ressourcen des Menschen aufzubauen und zu stärken". Sollte der Be-treute einen höheren Bedarf an Unterstützung haben, so wird er durch das AKUTteam bei der Suche nach einer geeigneten Fachkraft unterstützt. Die Hilfe beim Wiederein-tritt in das normale Leben sei, so Prokop, fachkompetent, überparteilich, autonom und überkonfessionell. Erreicht werden kann dieses AKUTteam mit Hilfe der Gendarmerie oder Polizei, der Bezirkshauptmannschaften, der Amtsärzte, der Sozial- oder Jugend-abteilungen, der MitarbeiterInnen der Sozialpsychologischen Abteilung der Kranken-häuser, der Notärzte und der MitarbeiterInnen der Rettungsdienste. Ganz wichtig sei aber das Wissen von dieser Einrichtung, so Prokop. Man sei jedenfalls sehr erfolg-reich unterwegs: Seit Juli 2001 wurde das AKUTteam, das mittlerweile schon vielen Menschen beim Wiedereintritt in das normale Leben tatkräftig unterstützt hat, bereits in 70 Fällen in Anspruch genommen. Die Hilfe durch die Fachkräfte des Teams, so Prokop, sei im Ausmaß von sechs Stunden kostenlos und werde vom Land Nieder-österreich mit rund 140.000 Euro im Jahr 2002 unterstützt.

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