EU-Erweiterung: Gewerkschaften fordern gründliche Vorbereitung

Gewerkschaftliches Netzwerk zwischen EU- und Bewerber-Staaten

Wien (GMT/IG Metall/ÖGB) Ein starkes Bekenntnis zur Erweiterung der Europäischen Union mit der Notwendigkeit, diese gründlichst vorzubereiten, gaben SPÖ Bundesvorsitzender Dr. Alfred Gusenbauer, IG Metall Bayern Vorsitzender Werner Neugebauer und Metallervorsitzender Rudolf Nürnberger im Rahmen der Geschäftsführerkonferenz der IG Metall Bayern ab.++++

Die Beteiligten teilten die Überzeugung, dass die EU-Erweiterung mehr Chancen als Risiken für die ArbeitnehmerInnen bringe, wenn sie ausreichend vorbereitet sei. SPÖ Vorsitzender Gusenbauer forderte von der österreichischen Bundesregierung in dieser Hinsicht die wirksame Bekämpfung der organisierten illegalen Beschäftigung sowie den Ausbau von Schienen- und Straßeninfrastruktur in die mittel- und osteuropäischen Staaten.

Neben der Verantwortung der Regierungen liege es aber auch an den Gewerkschaften, sich vorzubereiten, erklärte IG Metall Bayern Vorsitzender Werner Neugebauer: Um einen Wettbewerb unter den ArbeitnehmerInnen zu verhindern, haben sich die Metallgewerkschaften aus Österreich, Bayern, Ungarn, Slowenien, Tschechien und der Slowakei daher 1999 entschlossen, sich in der Tarifpolitik abzustimmen. Im so genannten "Wiener Memorandum" sind die Modalitäten dieses Austauschs vereinbart, darunter gegenseitige BeobachterInnen bei Lohnverhandlungen, Informationsaustausch, gemeinsame Analyse von Entwicklungen u.v.m.

Rudolf Nürnberger, Vorsitzender der GMT, erläuterte die Leitlinie der koordinierten Lohnpolitik: "Die Gewerkschaften haben vereinbart, bei Lohnverhandlungen die Abgeltung der Inflation und einen Anteil am Produktivitätsfortschritt zu fordern." Dass das Netzwerk funktioniere, würden viele Beispiele zeigen, sagte Nürnberger: Die IG Metall hat vor kurzem Verhandlungen über ein gemeinsames Entgeltsystem für Arbeiter und Angestellte abgeschlossen, die Erfahrungen dabei wird man sich in Österreich, wo dieses Thema gerade verhandelt wird, zu nutze machen. Umgekehrt hat Österreich einen Kollektivvertrag für Zeitarbeiter abgeschlossen, in dem für die anderen Länder wertvolle Anleihen enthalten sind.

ÖGB, 16. Juli 2002 Nr. 605

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