Hartinger für vollständige Abschaffung der Chefarztpflicht

Chefarztpflicht verhindert notwendige Behandlungen für die Patienten

Wien, 2002-07-16 (fpd) - FPÖ-Abgeordnete Mag. Beate Hartinger forderte heute anläßlich des Vorstoßes von Dr. Josef Kandlhofer, daß "bei dieser Reform nicht ökonomische Gesichtspunkte berücksichtigt werden, sondern allein die Interessen der Patienten im Vordergrund stehen. Die finanziellen Aspekte können mit anderen Methoden als der Chefarztpflicht wesentlich besser gelöst werden als dies heute der Fall ist. Ich fordere daher die vollständige Abschaffung der Chefarztpflicht", so Hartinger. ****

"Für die Chefärzte gibt es im Gesundheitssystem der Zukunft weite Betätigungsfelder. Statt wie bisher die Patienten im Kreis zu schicken, soll der Chefarzt in Zukunft Aufgaben im Bereich der Qualitätssicherung übernehmen. Benchmarking bei den niedergelassenen Ärzten mit einem laufend aktualisierten Ranking oder verschiedene Abläufe an Hand von Krankengeschichten nach unnötigen Doppelbefundungen durchsuchen, bringt neben Vorteilen für die Patienten auch Kosteneinsparungen für die Kassen", so Hartinger weiter.

"Fälle wie der Villacher Gynäkologenskandal hätten mit einfachen Plausibilitätsprüfungen zwischen den Abrechnungen der Gynäkologen und denen der Labors frühzeitig erkannt, wenn nicht sogar verhindert werden können. Der Chefarzt muß daher in Zukunft den Ärzten und nicht den Patienten über die Schulter schauen", so Hartinger weiter.

"Sallmutter bestätigt mit seinen Befürchtungen über steigende Kosten, daß die Chefärzte bisher den Patienten notwendige Behandlungen vorenthalten haben. Nur der hartnäckige Patient hat mit ein bißchen Nachfragen und mit keinen Änderungen der Verordnung durch seinen Arzt auch heute schon fast alles bekommen. Die Chefarztpflicht wendet sich daher gegen die Personen, die sich gegen den Chefarzt nicht durchsetzen können, und das sind eher die sozial schwachen Schichten", erläuterte Hartinger.

"Aus der Sicht der FPÖ ist das ein untragbarer Zustand, insbesondere als es tauglichere Mittel gibt die Kosten zu senken. So werde die geplante Zusammenlegung der GKK, etwa durch den gemeinsamen Einkauf, Einsparungspotenziale im Medikamenten und Heilmittelbereich erschließen, die keine Kürzung von Behandlungen zur Folge hat", so Hartinger abschließend. (Schluß)

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