Hauptverband: Ökologie und Qualität keine Frage der Betriebsgröße

Umwelt und Konsumenten profitieren von professionellen Landwirtschaften

Wien, 16. Juli 2002 (AIZ). - Die derzeitige Diskussion in der Agrarpolitik schadet den Leitbetrieben in der österreichischen Landwirtschaft und nutzt niemandem, so der Hauptverband der Land-und Forstwirtschaftsbetriebe Österreichs heute in einer Aussendung. Umweltfreundliche Landwirtschaft spiele sich auf der Fläche ab. Es komme auf die Bewirtschaftung an, nicht auf die Größe der Betriebe. Die Streuobstwiese oder ein Moor könne sowohl von einem Kleinbauern als auch von einem Gutsbetrieb betreut werden. "Beide Betriebsformen erfüllen dabei die gleiche ökologische Funktion und leisten auf diese Weise ihren Beitrag zu einer umweltgerechten Bewirtschaftung", so Felix Montecuccoli, Vizepräsident des Hauptverbandes.

Die Arbeit größerer Betriebe könne überdies leicht und lückenlos überprüft werden: Denn sie müssten über ihre Ausgaben und Einnahmen sowie die eingesetzten Betriebsmittel über Jahre hinweg Buch führen.

Qualität unabhängig von Betriebsgröße

Auch die Qualität von landwirtschaftlichen Produkten hängt nicht von der Größe eines Betriebes ab. Gutsbetriebe könnten auch die Versorgung globaler Märkte mit landwirtschaftlichen Qualitätsprodukten garantieren. Gleichzeitig könnten kleinere Bauern durch Kooperationen die Konsumenten auf Nischenmärkten mit speziellen Qualitäten bedienen.

Nahezu ganzer Vollerwerb von Fischler-Vorschlägen betroffen

Nahezu alle Vollerwerbsbetriebe seien, so der Hauptverband, unabhängig von ihrer Größe in gleichem Ausmaß von den Vorschlägen von EU-Kommissar Fischler betroffen. Sie müssten mit 20% Einnahmeverlusten durch die Kürzung der Direktzahlungen rechnen. Die Senkung des Interventionspreises von 5% werde die Einnahmen nochmals schmälern.

Obergrenze trifft "Leitbetriebe" zusätzlich

Von der Obergrenze würden einzelne traditionsreiche, große Familienbetriebe besonders stark betroffen. Die größeren Betriebe seien heute schon zusätzlich in vielen anderen Bereichen wie Investitionsförderungen, Ausgleichszahlungen, Prämienobergrenzen in der Viehwirtschaft und im ÖPUL massiv benachteiligt. Die österreichischen Gutsbetriebe seien wichtige Arbeitgeber in schwachen Grenzregionen. Die Konzepte und Innovationen dieser Landwirte würden internationale Anerkennung genießen. "Es kann nicht Sinn der derzeitigen Agrardiskussion sein, diese Leitbetriebe schlecht zu machen und zu zerschlagen. Dies kostet Arbeitsplätze, schadet den Ökoprojekten in Gutsbetrieben und geht auf Kosten der fachlichen Weiterentwicklung", so Montecuccoli.
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