FP-Sichrovsky: Kriegsverbrechen Japans leider kein Thema bei Kaiser-Besuch

Bundespräsident verabsäumt an die gerechte Entschädigung der Opfer zu erinnern

Wien, 2002-07-16, -(fpd)- "Der große Erfolg des Besuches des japanischen Kaisers in Österreich wird überschattet von der Weigerung Japans, sich für die Verbrechen während des Zweiten Weltkriegs in Asien zu entschuldigen und die Opfer entsprechend zu entschädigen", stellte heute der freiheitliche Generalsekretär Mag. Peter Sichrovsky fest. "Leider haben auch die österreichischen politischen Vertreter, allen voran Bundespräsident Klestil, es während dieses Besuches verabsäumt, den japanischen Kaiser und die ihn begleitenden Vertreter der japanischen Gesellschaft an ihre humanitären Verpflichtungen, in Bezug auf die Verbrechen gegen die Menschheit, zu erinnern", so der Generalsekretär weiter.****

"Die Kriegsverbrechen der Japaner während des Zweiten Weltkriegs sind durchaus mit jenen der Nationalsozialisten vergleichbar", ist Sichrovsky überzeugt. Zwischen 200.000 und 400.000 Frauen aus Korea, China und den Philippinen wurden als Sex-Sklaven mißbraucht. Sichrovsky weiter: "Seit Jahren prozessieren, ohne jedes Ergebnis, ihre juristischen Vertreter gegen die japanische Regierung. Die Kaiserfamilie war nicht einmal zu einer Entschuldigung bereit. In China errichtete die japanische Armee in Auftrag von Kaiser Hirohito die größte biologische Versuchsstation der Geschichte. In diesem Konzentrationslager, in dem mehr als 10.000 Kriegsgefangene ermordet wurden, experimentierten mehr als 3.000 japanische Wissenschaftler am "lebenden Objekt". Gefangene wurden mit Krankheitserregern infiziert, bei lebendigem Leib erfroren und auch an Kindern und Babys chirurgische Experimente durchgeführt. Nach dem Kriegsende schickten die Japaner die infizierten Tiere aus dem Lager in die Umgebung, so daß in den Jahren 1946-1948 mehr als 30.000 Chinesen an dieser Seuche zugrunde gingen. Japanische KZ-Wissenschaftler ermordeten mit ihren Experimenten mehr als 10 Mal so viele Häftlinge als alle Nazi-Wissenschaftler zusammen. Auch andere Kriegsverbrechen, wie das Massaker von Nanjing und die hohe Todesrate in den japanischen Kriegsgefangenenlagern blieben bisher ungesühnt. Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich war Japan nie bereit, die Opfer des Krieges entsprechend zu entschädigen."

"Es wäre zu erwarten gewesen, daß vor allem jene politischen Vertreter Österreichs, die die Achtung der Menschenrechte als ein besonderes Kennzeichen ihrer Politik sehen, diese Themen während dieses Besuches ansprechen. Eine große Chance wurde hier vertan", schloß Sichrovsky.

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