DER STANDARD-Bericht: "Chefarztpflicht für teure Medikamente fällt nächstes Jahr: Ärzte befürchten stattdessen erhöhten Spardruck" - Erscheinungstag 16.7.2002

Wien (ots) - Nächstes Jahr soll die bestehende Chefarztpflicht für teure Medikamente fallen. Josef Kandlhofer, Sprecher der Geschäftsführung im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, bestätigt im Standard-Gespräch "intensive Verhandlungen" über die Abschaffung und meint: "Ich glaube, dass das etwas ganz Tolles für die Patienten wäre." Rund vier Millionen Medikamentenpackungen im Jahr müssen extra genehmigt werden. Österreichweit sind dafür 250 Chefärzte zuständig, die auch für andere Begutachtungen, etwa aufwändige Behandlungen und Heilbehelfe, herangezogen werden.

Die Ärzte befürworten das Fallen der Chefarztpflicht, befürchten aber erhöhten Spardruck ab Herbst. Denn der Hauptverband wird den Krankenkassen neue Kriterien vorschreiben, die etwa eine Obergrenze für Heilmittelausgaben beinhalten könnten. Die Wiener Ärztekammer plant daher eine groß angelegte Kampagne nach der Sommerpause.

Ihr Chef, Walter Dorner, attackiert im Standard Sozialminister Haupt (FP): Außer "blöd gegen Herrn Sallmutter", den früheren Hauptverbandspräsidenten, zu polemisieren, sei ihm nichts gelungen. Nach der Ambulanzgebühr sei nun mit der Chipkarte ein weiterer Flop zu erwarten. Die Einführung der Karte muss wegen Schwierigkeiten der Erzeugerfirma verschoben werden und kommt frühestens Ende 2004. (mon)

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OTS0148 2002-07-15/17:37

151737 Jul 02

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