Pirklhuber: Molterer missinterpretiert Fischlers Vorschläge

Verwirrung um Molterers Aussagen zur EU-Agrarreform

OTS (Wien) - "Molterers Umfaller betreffend der ökosozialen Neuorientierung der Agrarpolitik durch Fischlers Reformvorschlag bekommt eine völlig neue Facette. Molterer präsentiert falsche Kennzahlen der österreichischen Landwirtschaft und missinterpretiert augenscheinlich Fischlers Vorschläge", kritisiert Wolfgang Pirklhuber, Agrarsprecher der Grünen.

Laut der soeben über die APA publizierten Information wären 31 Prozent der insgesamt 125.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich von der geplanten Agrarreform betroffen. Laut aktueller Agrarstatistik gibt es allerdings nicht 125.000, wie Molterer vorgibt, sondern 217.000 landwirtschaftliche Betriebe.

Der Gipfel der Fehlinformation stellt allerdings Molterers Feststellung dar, dass ein milchproduzierender Bergbauernhof früher von Kürzungen betroffen wäre als ein Talbauernhof, da er die Obergrenze von 5000 Euro schneller erreichen würde. "Offensichtlich missinterpretiert Molterer hier Fischlers Reformpapier, indem er die Ausgleichszahlungen für benachteiligte Gebiete, die auch jetzt schon aus der zweiten Säule finanziert werden, seiner Aussage zugrunde legt", kritisiert Pirklhuber.

Tatsächlich würde ein milchproduzierender Bergbauernhof nur dann von Förderkürzungen betroffen sein, wenn seine Tier-Prämien im Rahmen der Extensivierung den Betrag von 5.000 Euro übersteigen. Bei einer Förderung von 100 Euro pro Milchkuh würde der Betrieb 50 Kühe oder ein Milchkontingent von 250.000 Liter haben müssen, um diesen Betrag zu überschreiten. "Mit Sicherheit hat kein einziger österreichischer milchproduzierender Bergbauernbetrieb ein derartiges Milchkontingent", kritisiert Pirklhuber Molterers Beispiel.

"Der Landwirtschaftsminister sollte sich vielmehr dafür einsetzen, dass - wie auch bisher schon - die österreichischen Nebenerwerbsbetriebe gleichwertig behandelt werden, statt einseitig die Agrarpolitik am Vollerwerb auszurichten. Ebenso sind verbesserte Förderungen für Grünlandbetriebe vorzusehen", fordert Pirklhuber, der in diesem Zusammenhang darauf verweist, dass die EU-Kommission Detailvorschläge ja erst im Herbst präsentieren wolle und somit österreichische Vorschläge umgehend zu erarbeiten sind.

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