ORF Landesstudion Niederösterreich - Österreich Bild am Sonntag: Figl von Niederösterreich

Ein Film von Dr. Alois Hawlik Sendetermin: Sonntag, 29. September 2002, 18.30 Uhr ORF 2

St. Pölten (OTS) - Aus einer Zelle des Wiener Landesgerichts, in der er seine Hinrichtung ständig vor Augen haben mußte, wird er am 6. April 1945 entlassen. Noch während des Endkampfes um Wien wird er von sowjetischen Truppen aus dem Keller in seinem Wiener Wohnhaus geholt:
Leopold Figl soll mit seiner Bauernbund-Organisation - deren Direktor er vor dem Krieg war - dafür sorgen, daß es in Wien wieder ausreichend zu essen gibt.

Der gebürtige Tullnerfelder, am 2. Oktober 1902 - also vor exakt 100 Jahren - geboren, tut noch viel mehr: Schon am 17. April gründet er mit Gesinnungsfreunden im Wiener Schottenstift die Österreichische Volkspartei, Ende April ist er Mitglied der provisorischen Staatsregierung Renner und kurzzeitig auch Landeshauptmann von Niederösterreich. Noch im gleichen Jahr wird Figl Bundeskanzler, ab 1953 ist er Außenminister und verhandelt in dieser Funktion auch den österreichischen Staatsvertrag, den er schließlich 1955 unterschreiben kann. 1959 wird Figl Erster Präsident des Nationalrates, ehe er 1962 bis 1965 als Landeshauptmann von Niederösterreich noch einmal in die Landespolitik zurückkehrt. Er stirbt am 9. Mai 1965 in Wien.

Woher nahm dieser Mann, der mehr als fünf Jahre in den Konzentrationslagern Dachau und Mauthausen verbringen mußte, an dem das Gewand schlotterte und der mit Recht zunächst Erholung für sich hätte beanspruchen können... woher nahm Leopold Figl die Kraft, um von der ersten Minute an führender Stelle den Wiederaufbau Österreichs zu organisieren ? Und wie wurde er, der immer für Nöte und Sorgen der Mitmenschen ein offenes Ohr hatte, zu einem der populärsten Politiker in der Geschichte dieses Landes ?

Dr. Alois Hawlik, der Gestalter dieses "Österreich-Bild am Sonntag" aus dem ORF Landesstudio Niederösterreich, geht diesen Fragen in Figls engerer Heimat und im Gespräch mit Zeitzeugen und Experten nach: Zu Wort kommen u.a. der Figl-Biograph Ernst Trost und Univ.-Prof. Dr. Ernst Bruckmüller vom Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Wien, vor allem aber auch die Tochter des Politikers, Dkfm. Anneliese Figl.

Weitere Gesprächspartner sind Dr. Therese Kraus, langjährige Chefredakteurin des "Bauernbündler" - ihr Vater war Landwirtschaftsminister in Figls erstem Kabinett - und Bewohner von Figls Heimatort Rust im Tullnerfeld.

Redaktion: Christian Hillinger

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