Leitl: Lohnnebenkostensenkung ein "Muss" im Standortwettbewerb

Professor Lehner präsentiert WIFO-Studie: Absenkung um 900 Mio Euro steigert BIP und Arbeitsplätze und dämpft die Verbraucherpreise

Wien (PWK527) - "Österreichs Wirtschaft befindet sich in den nächsten Jahren im härtesten Wettbewerbsmarkt der Welt, gleichzeitig aber auch unter Druck einer Abgabenbelastung, die weit über dem Durchschnitt sowohl der EU-Mitglieder als auch der angrenzenden EU-Beitrittskandidaten liegt. Der Countdown zur EU-Erweiterung beträgt nur mehr 18 Monate, was ab dann Rechtssicherheit in den Beitrittsländern für Investoren bedeutet. Gleichzeitig gehören durch die deutsche Steuerreform 2004 weitere Wettbewerbsvorteile Österreichs der Vergangenheit an", erklärte WKÖ-Präsident Christoph Leitl heute, Montag, vor Journalisten und forderte daher dringend "die rasche Umsetzung der Lohnnebenkostensenkung in Österreich, nicht in Etappen, sondern in einem Schwung im Jahr 2003."

Dies sei der wichtigste Teil eines "Fitnessprogramms" für die heimischen Unternehmen, das ein Gebot der Stunde ist und eine begünstigte Besteuerung auf nicht entnommene Gewinne ebenso umfasst wie den gezielten Ausbau von Infrastruktureinrichtungen insbesondere zu den Erweiterungsländern. "Wir brauchen deutliche Signale für Investoren: hier lohnt es sich zu engagieren!", betont Leitl, "damit Österreich durch die sich rasch verbessernden Rahmenbedingungen rund um unser Land nicht ins Out der Investorenflüsse, sondern ins Zentrum gelenkt wird."

Dies untermauerte Professor Gerhard Lehner mit den Ergebnissen der WIFO-Studie "Möglichkeiten einer Senkung der Lohnnebenkosten". "Der Standortwettbewerb wird immer stärker und die Belastung des Faktors Arbeit in Österreich ist dafür viel zu hoch", berichtete Lehner. "So betragen beispielsweise die Lohnsummenabgaben in Österreich 2,7 % des BIP, in der EU jedoch nur 0,3 %. Damit hat die österreichische Wirtschaft gegenüber den anderen EU-Staaten einen zusätzlichen 4 Mrd Euro- oder fast 60 Mrd Schilling-Rucksack zu tragen." Besonders hoch sei in Österreich auch der "tax wedge" - der Abstand zwischen Bruttoentgelten und Nettolöhnen: "Die Arbeitnehmer erhalten netto nur 57 % jenes Betrages, den die Unternehmen für sie zahlen", erläutert Lehner.

Eine Senkung der Lohnnebenkosten hätte positive Auswirkung nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die Arbeitnehmer, so Lehner, und würde langfristig auch wieder erhöhte Rückflüsse für die Staatskasse bedeuten. "Wir haben errechnet, dass eine Lohnnebenkostensenkung um rund 900 Mio Euro das reale Brutto-Inlandsprodukt nach zwei Jahren um 0,25 %-Punkte und die Beschäftigung um rund 5.000 Personen steigern sowie die Verbraucherpreise um 0,3 %-Punkte dämpfen würde", stellte Lehner die neusten WIFO- Berechnungen vor. Die Lohnnebenkosten würden damit auf international wettbewerbsfähige 50-55 % statt derzeit 62 % zurückgehen und so auch der Schattenwirtschaft in unserem Land entgegenwirken.

"Machen wir unsere Hausaufgaben zur Vorbereitung auf die EU-Erweiterung ordentlich, dann können wir auch unsere zahlreichen Vorteile daraus zur Gänze lukrieren und die Risiken auf ein Mindestmaß reduzieren", lautete der Tenor der Studien-Präsentation durch Präsident Leitl und Professor Lehner. (Ne)

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