GPA: Im Supermarkt fault es nicht nur bei Obst und Gemüse

Hygienemängel sind Folge der unzumutbaren Arbeitsbedingungen

Wien (GPA). Für die Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) sind die von der Arbeiterkammer aufgedeckten Hygienemängel in den Obst-und Gemüseabteilungen von Wiener Supermärkten logische Folge der unzumutbaren Arbeitsbedingungen im Lebensmittelhandel. "Die Supermärkte sind personell chronisch unterbesetzt. Es ist einfach zu wenig Personal für die erforderliche Betreuung und Produktpflege vorhanden, da braucht sich niemand über die Ergebnisse des AK-Tests zu wundern", kritisiert Erich Reichelt von der GPA. Verantwortlich für die Mängel seien nicht die MitarbeiterInnen im Handel, sondern die verfehlte Personalpolitik der Handelsketten und die mangelnde Kontrolle der Arbeitsbedingungen durch die zuständigen Behörden.++++

Der Vernichtungswettbewerb im Handel wird mit immer weniger Personal betrieben. Der Arbeitsdruck für die Beschäftigten nimmt unerträglichere Ausmaße an. Fehlende Urlaubsvertretungen und unbezahlte Arbeitszeit stehen auf der Tagesordnung. Das kann nur auf Kosten der Qualität gehen. Große Handelsunternehmen annoncieren, dass FilialleiterInnen für 20-30 Wochenstunden dringend gesucht werden. Das bedeutet, dass Führungskräfte im Lebensmittelhandel nur die Hälfte der Öffnungszeit im Geschäft ihre Verantwortung wahrnehmen können. Der Kampf um Marktanteile ist für die großen Handelsunternehmen wichtiger als die Einhaltung von Arbeitszeitvorschriften und Hygienestandards.

Neue Gewerbeordnung verschärft Qualitätsprobleme

Nach der neuen Gewerbeordnung kann in Zukunft jeder hochsensible Lebensmittel verkaufen. Minister Bartenstein bezeichnet es als großen Erfolg, dass man für das Betreiben eines Handelsunternehmens künftig keinerlei Ausbildung benötigt. Die Situation bei Qualität und Frische wird sich dadurch für die Konsumenten weiter verschlechtern.

Mehr und bessere Kontrollen auch für Arbeitsbedingungen

Die GPA fordert, dass sich die für die Einhaltung des Arbeitnehmerschutzes zuständigen Behörden endlich um die Angestellten im Lebensmittelhandel bemühen. Die Kontrollinstanzen für die Lebensmittelqualität müssen außerdem die tatsächlich verantwortlichen Unternehmensleitungen zur Verantwortung ziehen, nur so kann die Hygiene für die Konsumenten im Lebensmittelhandel sichergestellt werden.

ÖGB, 15. Juli 2002 Nr. 599

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