IKG zu selbsternanntem Oberrabbiner

Wien (OTS) - In der immer erschreckendere Züge annehmenden Debatte um die Äußerungen des FP-Volksanwalts Dr. Ewald Stadler, in der -frei nach Kaiser Franz Josef - uns offenbar nichts erspart bleibt -durfte auch der Kommentar des selbsternannten Oberrabbiners Moishe Arye Friedmann nicht fehlen. In mehreren Presseaussendungen tat er seine Meinung kund, daß er Stadlers Sicht der Dinge vollinhaltlich teile.

Welchen Stellenwert die Geschichtsbetrachtung eines solchen Mannes jedoch hat,

  • der behauptet, orthodoxer Oberrabbiner Wiens zu sein, dessen Behauptung aber von allen orthodoxen Rabbinern unserer Stadt mit Empörung zurückgewiesen wird,
  • der in eine große Zahl von Prozessen, auch solche strafrechtlicher Natur, verwickelt ist,
  • der im Zuge derselben ständig die Autorität der unabhängigen Richter in Frage stellt,
  • der Organe der Republik öffentlich aufs Gröblichste beleidigt und diffamiert,
  • der in einer Reihe von abstrusen Pressestatements, darunter Interviews mit dem sattsam bekannten Herausgeber der nazistischen Deutschen Nationalzeitung Gerhard Frey, die Geschichte des Holocaust relativiert, sie instrumentalisiert und dabei seinen freiheitlichen, ewiggestrigen Mentoren willig folgt, und
  • der die religiösen Werte des Judentums, die zu vertreten er vorgibt, persönlichen Interessen unterordnet,

das zu beurteilen bleibe dem objektiven Beobachter vorbehalten. Das Urteil über einen Mann, dessen wesentliche Charakterzüge Geltungssucht und jüdischer Selbsthaß sind, kann nur vernichtend ausfallen!

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