Bio-Schmäh und andere Verbrechen

Wien (OTS) - "die umweltberatung" empfiehlt den Kauf von Bio-Produkten als ökologische und insgesamt nachhaltige Alternative zu konventionell produzierten Lebensmitteln. Das bestehende Kontrollsystem muss garantieren, dass die mit erheblichem Aufwand und großer Sorgfalt produzierten Bio-Lebensmittel unverfälscht und in erkennbarer Form die KonsumentInnen erreichen. Im Sinn des Konsumentenschutzes fordert "die umweltberatung" anlässlich der von der Zeitschrift Falter publik gemachten Betrugsfälle bei Bio-Fleisch:

1) Eine bessere Kontrolle der Vermarktungsvorgänge bei Bio-Produkten sowie strenge Sanktionen bei Verstößen.
Wenn KonsumentInnen zu Bio-Fleisch greifen müssen sie sich darauf verlassen können, dass sie auch kontrolliert erzeugtes Bio-Fleisch im Einkaufskorb haben. Nicht mehr und schon gar nicht weniger.

2) Verbesserte Transparenz für VerbraucherInnen bei der laufenden Bio-Kontrolle: beispielsweise durch eine - auch von anderer Seite geforderte - öffentlich zugängliche europäische Datenbank mit den Ergebnissen der Bio-Kontrolluntersuchungen.

3) Die gezielte Förderung der Direktvermarktung von Bio-Produkten. Durch die kürzlich beschlossene Änderung bei der Sozialabgabenpflicht für Direktvermarkter wird die Direktvermarktung massiv behindert. Das gehört schnellstens geändert!

4) Anstrengungen zur Sicherung der hohen Qualität von Produkten aus der biologischen Landwirtschaft bei der Ausweitung der Bio-Landwirtschaft und der Vermarktung großer Mengen von Bio-Produkten.

5) Bessere Erkennbarkeit von kontrollierten Bio-Produkten durch die durchgängige Verwendung eines gemeinsamen Bio-Zeichens. Um das Wissen und Vertrauen der KonsumentInnen zu stärken, muss eine breitangelegte Informations-Kampagne über die Kriterien und Qualitätsgarantien dieses Gütesiegels informieren.

Funktioniert die Bio-Kontrolle ?

Grundsätzlich funktioniert das System der Kontrolle von Bio-Lebensmitteln in Österreich. Bio-Lebensmittel werden, im Unterschied zu konventionellen Lebensmitteln, durchgehend von der Entstehung bis zu Endverarbeitung und Verkauf kontrolliert.
Der Betrug mit Fleisch aus konventioneller Haltung, das zu Bio-Fleisch umdeklariert wurde, sowie die Falsch-Deklaration von konventionellem Futtergetreide als Bio-Futter wurde ja auch von der zuständigen Kontrollstelle "Austria Bio Garantie" aufgedeckt.

Was muss sich ändern, damit der Konsument sicher sein kann, dass Bio Bio ist ?

Am Bauernhof wird derzeit genau kontrolliert - die Kontrolle erfolgt unangemeldet mindestens 1x pro Jahr. Diese Kontrollen sind schwierig zu manipulieren - heute Massentierhaltung auf engem Raum betreiben, morgen wegen einer Kontrolle weniger Tiere im luftigen Laufstall mit Auslauf halten und, nachdem die Tür hinter dem Kontrollor ins Schloss gefallen ist, wieder auf Massentierhaltung umsteigen, geht nicht.

Bei Verarbeitung und Handel ist es in Einzelfällen einfacher als bei der Ur-Produktion, die Kontrollen zu umgehen.
Im aktuellen Anlassfall wurde offenbar im Handel von Einzelpersonen versucht, die Kontrollen dadurch auszuschalten, dass der Einkäufer von Bio-Fleisch mit dem Anbieter ident war. Normalerweise ist es aber Sache des Käufers, vom Anbieter über eine Kontrollstelle den Nachweis zu verlangen, dass es sich bei der Ware tatsächlich um Bio-Ware handelt.

Der Gesetzgeber muss verhindern, dass die Kontrolle auf diese Art ausgeschaltet werden kann. Generell ist der Gesetzgeber aufgefordert, Handel und Weiterverarbeitung von Bio-Produkten besser zu kontrollieren. Erst dann profitieren die KonsumentInnen von den strengen Verarbeitungsrichtlinien für Bio-Waren.

Die durchgängige Verwendung eines gemeinsamen Bio-Zeichens für alle Bio-Produkte würde den Konsumenten in Zukunft den Griff zu guter Ware in Bio-Qualität erleichtern! Derzeit fehlt einerseits ein durchgehendes Zeichen und andererseits eine Informations-Kampagne, die ein breites Spektrum von Konsumenten darüber informiert, was durch ein Bio-Zeichen tatsächlich garantiert wird.

Sicher Bio!

Die direkte Kontrolle am Bauernhof funktioniert gut - wer also möglichst unverarbeitet und möglichst direkt vom Erzeuger kauft, kann sicher gehen, dass "Bio" drin ist, wo "Bio" drauf steht. Eine Zusammenstellung von Adressen von Bio-Direktvermarktern, Hof- und Naturkostläden, sowie allen anderen Bio-Bezugsquellen finden Sie in der Gratis-Broschüre "BIO einkaufen & erleben!".

Beratung und Informationen:
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Tel. 01/803 32 32
e-Mail: service@umweltberatung.at
Die Umweltberatung: http://www.umweltberatung.at/

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OTS0032 2002-07-15/10:26

151026 Jul 02

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