Sozialhilfe in Wien und die Auswirkungen der EU-Erweiterung

Hauptthemen der Statistischen Mitteilungen der Stadt Wien

Wien (OTS) - Das neueste Heft der "Statistischen Mitteilungen der Stadt Wien", Heft 2/2001, befasst sich mit zwei wichtigen Themen:
"Sozialhilfe in Wien von 1946 bis 2000" und "Auswirkungen der EU-Erweiterung auf Wien. PREPARITY - Strukturpolitik und Raumplanung an den mitteleuropäischen EU-Außengrenzen zur Vorbereitung auf die EU-Erweiterung. Hauptergebnisse für Wien".

Die Statistischen Mitteilungen der Stadt Wien sind in der MA 66 - Statistischen Amt der Stadt Wien, 1010, Volksgartenstraße 3 - in der Zeit von 9 bis 15 Uhr zum Einzelheftpreis von EUR 5,09 erhältlich. Bestellungen können auch telefonisch Tel.Nr. 4000/ 88629 erfolgen. Die Internetadresse: http://www.statistik.wien.at/ .****

Sozialhilfe in Wien von 1946 bis 2000

In diesem Artikel werden die Leistungen der Sozialhilfe der Stadt betrachtet. Der erste Teil bietet einen Überblick über die heutige Situation in Österreich und Wien und beschreibt den Sozialstaat und die Sozialhilfe näher. Der zweite Teil hat einen historischen Rückblick über die Sozialhilfe und ihre Entwicklung sowie Vergleiche und Schlussfolgerungen zum Thema.

Die Sozialhilfe, die durch Landesgesetze geregelt ist, bildet das letzte Netz in der sozialen Sicherheit. Sie greift dort ein, wo kein Anspruch mehr auf andere Versicherungsleistungen besteht und unterliegt dem Prinzip der Subsidiarität. Das bedeutet, dass der Staat nur dann helfend eingreift, wenn die sozioökonomischen Grundeinheiten, wie etwa die Familie, nicht mehr dazu in der Lage sind.

Anspruchsberechtigt sind Frauen über 60 Jahre und Männer über 65 Jahre sowie Personen, die vom Amtsarzt für mindestens 6 Monate für arbeitsunfähig befunden wurden. Jüngere arbeitsfähige müssen ihren Arbeitswillen nachweisen. Die Höhe der Leistungen wird nach der jeweiligen Richtsatzverordnung bemessen und orientiert sich an den Richtsätzen der Ausgleichszulagen in der Pensionsversicherung.

Ende 2000 bezogen in Wien 43.001 Personen Leistungen der allgemeinen Sozialhilfe. Der Großteil der Bezieher ( 78 Prozent ) erhielt Geldaushilfen zur Sicherung des Lebensbedarfes, nur knapp 8 Prozent erhielten Dauerleistungen.

Zusammenfassend stellen die Statistischen Mitteilungen fest, dass Österreich mit seinen Sozialausgaben sehr nahe am EU-Durchschnitt liegt. Die Sozialhilfe, die in Österreich durch die Bundesländer vollzogen wird, spielt eher eine untergeordnete Rolle im Rahmen der sozialen Sicherheit und stellt das unterste soziale Sicherungsnetz dar.

Auswirkungen der EU-Erweiterung auf Wien

Das Projekt PREPARITY wird vom WIFO bearbeitet und koordiniert. Es besteht aus 16 Teilprojekten und soll die Auswirkungen der EU-Erweiterung untersuchen. Die wichtigsten Aussagen der Studie:

Zum Thema Sachgüterproduktion und Dienstleistungen: Auf Grund der Branchenstruktur hat Wien eine hervorragende Ausgangsposition. Wien verfügt über die höchsten strukturbedingten Vorteile, wohingegen nur durchschnittliche Risikopotenziale bestehen.

Die Analyse der Faktoren der Wiener Wettbewerbsfähigkeit: Alle Kennzahlen liegen gut und lassen eine zukünftig gute Entwicklung erwarten.

Zum Thema Zuwanderung: Etwa 45 Prozent der - realistischerweise zu erwartenden - zusätzlichen Zuwanderung würde auf Wien entfallen. Aus der wahrscheinlichsten Varianten rechnen die Wirtschaftswissenschafter mit rund 9.000 zusätzlichen Arbeitskräften pro Jahr, davon wären 6.000 Migranten und etwa 3.000 Pendler. Die Zuwandere werden überwiegend zwischen 30 und 40 Jahre alt sein, und sie werden eine deutlich bessere Ausbildung haben, als die Zuwanderer aus den traditionelle "Gastarbeiterländern".

Auswirkungen auf den Staatshaushalt: Durch die EU-Erweiterung, so die Experten, wird der österreichische Staatshaushalt entlastet und die Budgetkonsolidierung erleichtert. Dies würde auch Wien das finanzielle Leben leichter machen.

PREPARITY zeigt, dass sich für Wien - auf Grund seiner Struktur-und Standortvoraussetzungen - überwiegend Chancen aus der EU-Erweiterung ergeben. Vor dem Hintergrund, dass sich mit der Erweiterung unvermeidlich ein Wirtschaftsraum Wien - Bratislava entstehen wird, so die Studie, sollte sich Wien insbesondere auf die Förderung von aktiven Direktinvestitionen sowie "weiche" Unterstützungsmaßnahmen (Information und Beratung) mit einem räumlichen Schwerpunkt in Bratislava sowie auf Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen konzentrieren.

Zum Thema Kaufkraft: Die Studie geht davon aus, dass es mittelfristig zwischen Wien und Bratislava zu einem relativen Ausgleich bei den mobilen Kaufkraftpotenzialen kommt. Langfristig wird davon Wien profitieren, wenngleich kurzfristig die Regionen Bratislava und Sopron gewinnen.

Wiener Konjunkturtelegramm 2001/2002

Die Statistischen Mitteilungen berichten weiters, dass sich im Jahr 2001 nicht nur österreichweit, sondern auch in der Wiener Wirtschaft der Konjunkturabschwung deutlich bemerkbar gemacht habe. Im ersten Halbjahr stagnierte die reale Bruttowertschöpfung und lag damit deutlich unter dem österreichischen Durchschnitt. Gründe für den Abschwung sind unter anderem der Einbruch der Bauwirtschaft, die schrumpfende Sachgüterproduktion und die unterdurchschnittliche Entwicklung des tertiären Sektors. Der Konjunkturrückgang machte sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Die Zahlen der unselbständig Beschäftigten waren im Jahr 2001 leicht rückläufig. (Schluss) fk

Ein Exemplar der Statistischen Mitteilungen wird der Redaktion übermittelt.

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150954 Jul 02

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