Nachhaltigkeit & Umweltcheck: Wiener Experten im EU-Umweltteam

Umweltproblematik in neun europäischen Städten wird untersucht

Wien (OTS) - Umweltexperten der Wiener Umweltschutzabteilung (MA
22) und der Wiener Umweltanwaltschaft sind in einem europäischen Expertenteam tätig, das sich mit der nachhaltigen Entwicklung in verschiedenen europäischen Städten beschäftigt. Im Rahmen des EU-Projekts PRESUD - "Peer Reviews for European Sustainable Development" wird am Beispiel der Städte Wien, Birmingham, Den Haag, Leipzig, Malmö, Newcastle, Nottingham, Tampere und Venedig untersucht, was europäische Städte zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen können. Das Projekt läuft seit November 2001 und wird bis zum Jahr 2004 dauern. Neben den einzelnen Partnerstädten haben sich an PRESUD auch die Europäische Kommission, die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD), Eurocities, die britische Improvement and Development Agency (IdeA) und die University of the West of England (UWE) beteiligt.

Die Stadt Wien hat sich bereits 1996 mit der Unterzeichnung der Charta von Aalborg zur Nachhaltigkeit bekannt. Langfristig sollen die wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Interessen derart optimal aufeinander abgestimmt werden, dass der Lebensraum Stadt für seine Bewohner auch noch in 50 oder 100 Jahren lebenswert ist. Notwendig dazu sind differenzierte, umweltpolitischen Lösungen, die wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich umgesetzt werden können.****

Städte im Umweltcheck

Die Expertenteams (Peer-Review-Team), die jede Stadt unter die Lupe nehmen, bestehen aus jeweils fünf Personen - aus MitarbeiterInnen von Stadtverwaltungen und gewählten PolitikerInnen. Sie besuchen die Städte, führen Interviews mit LokalpolitikerInnen, ExpertInnen der Stadtverwaltung und Fachleute verschiedenster Interessensvertretungen. Untersucht wird, welchen Umwelteinflüssen die neun Städte ausgesetzt sind und mit welchen Strategien und Maßnahmen sie versuchen, im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung die Belastungen zu reduzieren. So will man herausfinden, wie die Städte den ökologischen, ökonomischen und sozialen Anforderungen gerecht werden und welche Fortschritte sie dabei erzielen. Die gesammelten Informationen fließen in einen Bericht (Review) ein, der auch Verbesserungsvorschläge enthält, wie man auf dem Weg zur nachhaltigen Stadt noch erfolgreicher sein kann.

Aktionspläne werden innerhalb von 18 Monaten umgesetzt

Die Partnerstädte haben sich verpflichtet, auf Basis dieses Berichts einen Aktionsplan zu entwickeln und innerhalb von 18 Monaten umzusetzen. Bestehende Strategien für mehr Nachhaltigkeit sollen effizienter gestaltet, neue Methoden entwickelt und die Arbeitsweise, aber auch der Einsatz finanzieller Mittel optimiert werden. Die Aktionspläne (SMART Actions Plans) sollen spezifische, realistische, messbare und kurzfristig wirksame und umsetzbare Maßnahmen enthalten. Die Experten rechnen damit, dass sich mit Hilfe der Aktionspläne die Bereiche Ökonomie, Ökologie und Soziales viel besser aufeinander abstimmen lassen. Ob das auch in der Praxis gelungen ist, wird sich ab 2003 zeigen. Dann sind die Expertenteams wieder unterwegs, um den Erfolg der Aktionspläne zu evaluieren. Im Jahr 2004 wird der Schlussbericht vorliegen.

Stadt Wien profitiert in vielerlei Hinsicht

Die Teilnahme der Stadt Wien an diesem Projekt bringt viele Vorteile. Die Wiener Experten, die in mehreren Peer Review Teams vertreten sind, haben die Möglichkeit, am Beispiel anderer europäischer Großstädte verschiedene Strategien zur nachhaltigen Entwicklung studieren und hinterfragen zu können. Neue Ideen und Lösungsansätze, die in anderen Städten bereits praktiziert werden, können dann mit dem erlernten Know-how in Wien realisiert werden. Da auch die Stadt Wien von einem Peer-Review-Team im September 2002 besucht wird, erhält sie gleichzeitig wertvolle Informationen, wie erfolgreich die Stadt auf dem Weg zur Nachhaltigkeit unterwegs ist und wo Verbesserungspotentiale bestehen. Denn der "Peer Review"-Bericht ist eine wichtige externe Betrachtung der Selbsteinschätzung der Stadt Wien. Das Projekt schafft außerdem ein europaweit einsetzbares Instrument zur Messung und Förderung der Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung in europäischen Städten, wovon letztendlich die Stadt Wien nochmals profitiert. (Schluss) gat

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OTS0023 2002-07-15/09:51

150951 Jul 02

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