ÖFB-Präsident Friedrich Stickler: "Mit Zuversicht an große Pläne"

Im Interview hebt er die vorzügliche Kooperation mit der Stadt hervor

Wien, (OTS) Drei Monate übt nunmehr Dipl.-Ing. Friedrich Stickler das Amt des ÖFB-Präsidenten aus - und er geht mit Zuversicht an große Pläne heran, die den heimischen Fußball gehörig beleben sollen. Der Vorstandsdirektor der Österreichischen Lotterien sprach in einem Exklusiv-Interview gegenüber der Rathaus-Korrespondenz über die sportliche Zukunft unseres Landes.

Präsident Stickler, an die drei Monaten in Amt und Würden, ein große Mehrbelastung zu Ihrer Funktion bei den Österreichischen Lotterien. Wie haben Sie Ihre bisherige Tätigkeit beim ÖFB gesehen? Eigentlich sehr positiv, habe viele interessante und wichtige Projekte vorgefunden, wo gute Arbeit von den Verantwortlichen geleistet wurde. Wir haben ein sehr guten Jugendprojekt 'Der Österreichische Weg', das wir jetzt fortentwickeln in Hinblick auf die Bewerbung Euro 2008. Wir haben hier ein Projekt aufgesetzt, 'Challenge 2008', das ganz besonders die Förderung junger Nachwuchsspieler in Hinblick dieser Europameisterschaft zum Thema hat. Natürlich ist die wichtigste Aufgabe die Bewerbung für die EM 2008, hier haben wir vom ab 19. August eine UEFA-Delegation zu Gast, die alle Standorte besuchen wird. Darüber hinaus haben wir eine Reihe von Aufgaben, die den Breitensport umfasst. Es wird mir nicht langweilig, ich mache die Arbeit mit sehr großer Freude und sie macht mir großen Spaß, aber es ist eine ordentliche Belastung, die allerdings nur mit einem entsprechenden Mehraufwand zu bewältigen ist".

Fußball ist ja Ihre schönste Nebensache? "Ich habe jetzt endlich die Möglichkeit, bei meiner Frau berufliche Verpflichtung mit privater Neigung zu kommentieren, wenn ich zum Fußball gehe".

Probleme in Hinblick Bewerbung 2008 mit dem Stadionbau in unserem Land? "Es gibt da keine Probleme, wir haben alles auf Schiene. Unser Dosier wurde am 19 Juni an den Generalsekretär der UEFA abgegeben, es ist ein sehr ordentliches Dosier und es wurde sehr positiv kommentiert. Ich glaube, dass wir bis jetzt keinen Fehler gemacht haben". Jetzt steht die Qualifikation der EM 2004 bevor und man muss zur Kenntnis nehmen, dass die Bundesligavereine noch immer viele Ausländer verpflichten. Dann der Abgang von Tirol, das ist für Sie sicherlich alles andere als zufriedenstellend? "Es ist nicht sehr erfreulich. Wir werden sicherlich in der Bundesliga drei Mannschaften haben, die den Bewerb dominieren werden, obwohl das Resultat von Rapid bei Sturm in Graz mehr als nur überraschend war. Aber wenn sich ein Verein für die Champions League oder einem internationalen Bewerb qualifizieren will, dann muss er natürlich versuchen, die beste Mannschaft zu bauen. Auf der anderen Seite muss es aber unser Bestreben sein, dass die Bundesligaklubs junge Spieler einsetzen. Ich sehe bei vielen Vereinen nicht nur die Absicht, sondern auch die Bereitschaft, den Talenten eine Chance zu geben".

Sehen Sie eine Chance, dass wir die kommende EM-Endrunde schaffen könnten? "Wir haben eine sehr schwere Gruppe, was nicht heißen soll, dass wir keine Chance haben. Wir haben zwei starke Gegner und mit Weißrussland einen dritten Mitbewerber, der sehr stark ist. Da müssen wir erst einmal durch. Aber aufgeben tut man nur einen Brief".

Wann fällt die endgültige Entscheidung über die EM 2008?
Die endgültige Entscheidung fällt am 12. Dezember, nach der Besichtigung der UEFA-Kommission haben wir noch die Möglichkeit, ein geändertes Dosier dem Exekutivkomitee der UEFA und der Kommission für Nationalmannschaften zu präsentieren. Die Zusammenarbeit mit Wien ist sehr gut? "Großartig, da gibt's überhaupt keine Probleme, ich spüre eine sehr positive Stimmung, die Europameisterschaft zu unterstützen. Die Gemeinde steht voll dahinter".

Zusammenarbeit ÖFB und Bundesliga? "Alles bestens, wir haben mit dem Präsidenten der Bundesliga ein ungetrübtes Verhältnis. Im Augenblick läuft alles sehr gut, wir haben ein gemeinsames sehr großes Ziel - das ist die Jugend".

Liegt Ihnen noch etwas am Herzen? "Was mich wirklich sehr, sehr freut: Dass es uns gelungen ist, den Arnold Schwarzenegger als Befürworter unserer Kandidatur zu gewinnen. Wir haben jetzt nicht nur die Schumacher-Brüder als Stars, sondern auch den Arnold Schwarzenegger, der sich sehr positiv und bestärkend für diese Kandidatur geäußert hat".

Wie sehen Sie die Chancen für eine erfolgreiche Bewerbung? "Ich möchte da nicht zu hohe Erwartungen wecken. Wir sind im Vorderfeld, wir können im Schlussangriff sicherlich noch das Rennen gewinnen. Aber ich will uns da nicht in eine Favoritenrolle drängen, denn wir haben starke Mitbewerber. Es ist noch offen, aber wenn wir alle zusammenhalten könnten wir es schaffen. Sicherlich schätzt die UEFA unsere große Arbeit bei der Kandidatur EM 2004. Das schadet uns nicht, im Gegenteil, das nützt uns, dass wir jetzt schon wieder da sind. Denn es erweckt bei der UEFA den Eindruck, die wollen die EM wirklich haben".

Wer wird Meister? Das ist für mich klar, dass diesmal die Wiener Austria den Teller abholen wird. Tendiert der ÖFB-Präsident zu einem Bundesligaklub? "Früher durfte ich es laut sagen, jetzt nur noch still und leise: Ich bin, solange ich zurückdenken kann, Austria-Anhänger".

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(Schluss) hof

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