Grünewald: Selbständige Medizinunis Beispiel für Regierungdiktat UT: Grünewald kritisiert Schaffung von Medizin-Unis

Wien (OTS) "Mit dem neuen Universitäts-Gesetz verkommt die Mitbestimmung für Studierende und Mittelbau zur Farce, durch das neue Leitungsgremium, den sogenannten Universitätsrat, bleiben die Universitäten am Gängelband des Ministeriums und die Autonomie ist daher nur eine Scheinautonomie", kritisierte heute Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, das Universitätsgesetz 2002, das heute im Parlament beschlossen wird.

Insbesondere die Schaffung von drei selbständigen Medizinunis in Wien, Graz und Innsbruck ist Grünewald ein Dorn im Auge. Er verweist darauf, dass praktisch alle unabhängigen Institutionen und geladenen ExpertInnen sich dagegen ausgesprochen hätten: So etwa die drei Landesregierungen Wiens, der Steiermark und Tirols, die von BM Gehrer ins Leben gerufene "Plattform Uni-Reform", das Universitätenkuratorium, die im Wissenschaftsausschuss geladenen unabhängigen Sachverständigen.

Auch die Art und Weise, wie diese einschneidende Totalreform in kürzester Zeit "durchgedrückt" wurde, zeigt für Grünewald, dass für die Regierung die Güte der Argumente weniger zählte, als die Durchsetzung von Macht und Hierarchie. Neoliberale Rhetorik ersetze aber keine langfristigen Konzepte. Grünewald meinte dazu wörtlich in seiner Rede im Parlament: "Die Regierung schlägt zuerst den Universitäten mit der Faust auf die Nase und verteilt anschließend Aspirin zur Beruhigung!"

Reformen, die statt echter Wissenschaftlichkeit nur die kurzfristige Verwertbarkeit von Wissen im Sinn haben und vornehmlich im Dienst der Mächtigen und wirtschaftlichen Interessen stehen, können die Ziele der Universitäten nicht realisieren, so Grünewald weiter  "Universität ist mehr als pekuniäre Verwertung. Nur weil etwas für McDonalds gut ist, muss es für die österreichischen Universitäten noch lange nicht gut sein", begründete der Wissenschaftssprecher die Ablehnung seiner Fraktion des UG 2002.

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