Wirtschafstkammer Niederösterreich kritisiert Factory-Outlet-Ausbau UTL.: Bedrohung für NÖ Handel!

Wien (OTS) Absolut keine Freude hat die Wirtschaftskammer Niederösterreich mit der Errichtung des Factory-Outlet-Centers (FOC) bei Kleinhaugsdorf. Derartig überdimensionierte Handelsflächen, so die Kritik der blaugelben Wirtschaftsvertretung, würden nur die bestehende Verkehrsproblematik verschärfen, großräumig Arbeitskräfte und Kaufkraft absaugen sowie wertvolle Landschaft verbrauchen.

"Wir unternehmen in Niederösterreich alles in unserer Macht stehende, um die gewachsenen Strukturen und damit die Nahversorgung der Bevölkerung aufrechtzuerhalten. Dann kommen solche Projekte!", macht Josef Schirak, Obmann der Sparte Handel in der Wirtschaftskammer Niederösterreich, seinem Ärger Luft. Schirak sieht in der Ausrichtung des FOC`s bei Kleinhaugsdorf eine ernste Bedrohung für die blaugelben Handelsbetriebe. Denn trotz der bestehenden Zollfreigrenze von 125 € sei das ganze Projekt eindeutig auf den niederösterreichischen Markt ausgerichtet.

Wirtschaftspolitische Fehlentwicklung!

In den letzten 10 Jahren ist es im niederösterreichischen Handel zu einer Verdoppelung der Verkaufsflächen gekommen. Die wachsende Zahl von Einkaufstempeln auf der grünen Wiese führt dazu, dass immer mehr Ortskerne zu veröden drohen. Land und Wirtschaftskammer versuchen hier schon seit längerer Zeit mit gezielten Aktionen gegenzusteuern. Zudem nimmt nun das neue niederösterreichische Raumordnungsrecht darauf Bedacht, dass neue Handelsflächen soweit wie möglich in den Ortszentren angesiedelt werden.

"Nun sehen wir uns aber mit einer neuen wirtschaftspolitischen Fehlentwicklung konfrontiert, gegen die wir Niederösterreicher selbst nichts unternehmen können", schlägt WKNÖ-Präsidentin Sonja Zwazl Alarm. Um hier Abhilfe zu schaffen, bedürfte es bilateraler Vereinbarungen zwischen Österreich und den benachbarten EU-Beitrittskandidaten.

EU-Betritt von Vorteil

Mit Besorgnis registriert die WKNÖ, dass sich ausländische Kapitalgeber von der Errichtung des FOC`s augenscheinlich Vorteile vor der EU-Erweiterung erwarten. Mit dem EU-Beitritt würden aufgrund der Mehrwertssteuer-Rückvergütung der derzeit noch bestehende Preisvorteil für Konsumenten wegfallen. "Aus diesem Grund wäre ein rascher EU-Beitritt unserer Nachbarn für die niederösterreichischen Betriebe durchaus von Vorteil!", macht Präsidentin Zwazl auf einen in der öffentlichen Diskussion bisher kaum noch beachteten Umstand aufmerksam.

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