FORMAT: Widerstandskämpfer Szokoll kritisiert Stadler

"Geschwür des Faschismus beginnt wieder zu wachsen."

Wien (OTS) - Der bekannte Widerstandskämpfer Carl Szokoll - der 1945 mit den Sowjets über eine friedliche Übergaben Wiens verhandelte und als "Retter" der Stadt gilt - zeigt "zutiefst erschüttert über die Auseinandersetzung, die heute wieder stattfindet." Das berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT. "Vor meinem geistigen Auge sehe ich die 200.000 Menschen, die am Heldenplatz begeistert geschrien und Hitler empfangen haben. Jetzt beginnt dieses Geschwür des Faschismus wieder zu wachsen."

Szokoll äußert sich gegenüber FORMAT auch detailliert über die Übergriffe der Roten Armee gegen die Zivilbevölkerung. Er selbst habe am 12. April 1945 in einem Schreiben an das Oberkommando der Roten Armee darauf hingewiesen, dass die rasche Wiederherstellung friedlicher Verhältnisse durch Plünderungen und Vergewaltigungen erschwert werde.

Szokoll: "Die Fakten von Herrn Stadler stimmen demnach. Aber dagegen steht: Wenn man am Zentralfriedhof die große Reihe von den russischen Soldaten sieht, die für die Befreiung Österreichs im Kampf um Wien gefallen sind, und wenn man sich einmal überlegt, (...) dass tausende oder zehntausende Russen von den Deutschen umgebracht worden sind, da fallen die Worte des Herrn Stadler in eine andere Wertung."

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OTS0147 2002-07-11/12:31

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