Postbus bereitet sich auf Übernahme durch ÖBB vor

Gesprächspartner: Dkfm. Wilhelmine Goldmann, Vorstand der Postbus AG Dipl-Kfm. Werner Ott, Vorstand der Postbus AG

Wien (OTS) - Der derzeitige Postbus-Eigentümer ÖIAG hat mit den ÖBB ein Due Diligence Verfahren zur Bewertung der Postbus AG eingeleitet und dazu vom Postbus-Vorstand umfangreiches Datenmaterial angefordert. Der Postbus-Vorstand geht daher davon aus, dass bis zum Herbst der Beschluss des Ministerrates umgesetzt und die Postbus AG an die ÖBB verkauft werde.

Sanierung fortsetzen

Die Postbus AG bereitet sich daher inhaltlich und organisatorisch auf eine Übernahme durch die ÖBB vor. Ziel ist es, Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der erfolgreiche Weg der Sanierung, den der Postbus in den letzten beiden Jahren eingeschlagen hat, auch nach der Übernahme weiter verfolgt werden kann.

"Das Konzept der Bus Österreich AG"

Leider haben die ÖBB bisher nicht öffentlich gemacht, welches Konzept sie der gewünschten Fusion von Bahnbus und Postbus zugrunde legen will. Ob die Fusion der beiden Busbetreiber erfolgreich gelingen kann, hängt aber ganz wesentlich davon ab, wie die künftige Struktur der Zusammenarbeit aussieht.

Die Postbus AG hat deshalb ein Modell für eine solche Fusion erarbeitet und in den letzten Wochen den politischen Entscheidungsträgern vorgelegt. Es basiert auf den beiden Vorgaben des Ministerratsbeschlusses, der fordert, dass der Postbus künftig "...unter Wahrung der gesellschaftsrechtlichen Eigenständigkeit sowie der Regionalstruktur der Österreichischen Postbus AG als Tochter der ÖBB..." geführt werden soll.

Die Zusammenarbeit sollte aus diesem Grund dezentral von den sieben Regionalmanagements der Postbus AG ausgehen. Da der Busbetrieb der ÖBB keine selbständige Unternehmenseinheit darstellt und über keine unternehmerische Infrastruktur verfügt, kann die Integration nur in die andere Richtung erfolgen, indem auf regionaler Ebene Busse, Lenker und Liniengut mit den Bussen und Linien der Postbus AG fusioniert werden.

Im zweiten Schritt sollte eine neue Gesellschaft entstehen, die "Bus Österreich AG". Dieses Unternehmen würde Strecken und Busse beider heute getrennt operierender Busunternehmen betreiben, und zwar in der geforderten (und beim Postbus bereits bestehenden) regionalen Struktur. Eigentümer der "Bus Österreich AG" sollen zum einen die ÖBB sein, zum anderen können die ebenfalls vom Ministerrat geforderten privaten Miteigentümer beteiligt werden. Darüber hinaus ist eine Miteigentümerschaft von Fonds, Banken oder Gebietskörperschaften jederzeit möglich.

Integrationsgruppe bereitet Zusammenarbeit vor

Um die Zusammenführung mit den ÖBB intern vorzubereiten, wurde in der Postbus AG eine Integrationsgruppe gebildet. Deren Aufgabe ist das Auffinden von Synergiepotenzialen, wobei die Regionalmanagements aktiv eingebunden werden. Der Postbus-Vorstand erwartet in den nächsten Wochen eine Liste konkreter Einsparmöglichkeiten, die bei einer Fusion realisiert werden können und spricht eine Einladung an die ÖBB aus, bereits jetzt in diesem konkreten Punkt zu kooperieren. Die Mitarbeiter der Postbus-Integrationsgruppe sind bereit, auf allen Ebenen Gespräche mit den ÖBB über Einsparungen und Synergien zu führen.

Parallele Linien machen nur 6,3% aus

Zentrales Thema in der Debatte um die Fusion von Postbus und Bahnbus waren bisher stets die sogenannten Gleichlaufstrecken, also die Linien, die von beiden Betreibern parallel befahren werden. In diesem Bereich wurden besonders große Synergiegewinne erwartet. Hier ist ein Konzept zur Abstimmung der Linien- und Betriebsabstimmung in Arbeit. Auch dabei ergeht die Einladung an die ÖBB, gemeinsam ein Konzept zu erstellen, welche Linien durch die Fusion verändert werden sollen.

Die Postbus AG hat eine detaillierte Analyse über die Struktur der Gleichlaufstrecken erstellen lassen. Dabei hat sich herausgestellt, dass es in Wahrheit bedeutend weniger Parallelbetrieb gibt, als bisher in der öffentlichen Diskussion angenommen. Postbus und Bahnbus befahren gemeinsam 40.929 km Strecken. Davon verlaufen 2.560 km parallel, das sind genau 6,3%.

Werkstätten kooperieren bereits jetzt

Für die Postbus AG ist eine Kooperation mit den ÖBB nichts Neues. Bereits jetzt läuft ein ehrgeiziges Programm zur Einsparung von Kosten im Bereich Werkstätten. An folgenden Standorten operieren Postbus und Bahnbus bereits von gemeinsam betriebenen Werkstätten aus: Salzburg (seit Dezember 2001), Graz (seit Dezember 2001), Hollabrunn (ab September 2002), Oberpullendorf (Ende September 2002), Steyr (Ende September 2002), Wels (ab September 2002) und Vöcklabruck (ab August 2002).

Nur eine wohl überlegte Fusion macht Sinn

Die Postbus AG wurde 2000 als selbständiges Unternehmen ausgegliedert und fährt seither einen Sanierungskurs, der plangerecht dazu führen würde, dass das Unternehmen ab 2004 schwarze Zahlen schreibt. Eine gut geplante Fusion mit dem Busdienst der Bahn kann diesen Sanierungskurs unterstützen, wogegen eine falsch konzipierte Übernahme die bereits erreichten Sanierungserfolge wieder zunichte machen kann. Der Vorstand der Postbus AG betont daher seine Bereitschaft, an der Erstellung eines Integrationskonzeptes mitzuwirken und seine Kenntnisse des Unternehmens und des Marktes einzubringen. Ein konstruktives Gespräch zwischen den Verantwortlichen bei den ÖBB und der Postbus AG wäre im beiderseitigen Sinne und im Interesse der Öffentlichkeit wünschenswert.

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