190 000 Menschen von der FPÖVP-Regierung überfahren

StudentInnen lehnen das "Jahrhundertgesetz" mit überwältigender Mehrheit ab und wünschen sich gleichzeitig eine Reform, die diesen Namen verdient.

Wien, 11.7.2002 (OTS) - Das Universitätsgesetz 2002 wird heute im Plenum des Nationalrates gegen den Willen von Studierenden, deren VertreterInnen und von einem Großteil der anderen Universitätsangehörigen beschlossen. Die Argumente und konstruktiven Verbesserungsvorschläge der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) sind bei den für dieses Gesetz Verantwortlichen meist auf taube Ohren gestossen. "Ein derartig fundamentaler Umbau der österreichischen Universitäten kann nicht gegen die Betroffenen durchgezogen werden. Die Sturheit und Ignoranz der Bundesministerin haben jedoch diese Erkenntnis zu unserem Bedauern verunmöglicht", halten die ÖH-Vorsitzenden Anita Weinberger und Andrea Mautz fest.****

Die für die ÖH vom Meinungsforschungsinstitut SORA erstellte Umfrage zeigt ganz unmissverständlich, dass eine überwältigende Mehrheit der Studierenden dieses Universitätsgesetz ablehnt. 77 % der Befragten vertreten die Meinung, dass die Universitätsreform Verschlechterungen für ihre Lage bringen wird. Des weiteren befürchten 79 % eine Einschränkung der Mitbestimmung der StudentInnen. 68 % der Befragten gaben an, dass durch die Hochschulreform die Wirtschaft Einfluss an den Universitäten gewinnen wird. Nur 24 % glauben an eine Unabhängigkeit der Hochschulen. "Die StudentInnen stellen der Bildungspolitik von Ministerin Gehrer ein miserables Zeugnis aus. Gleichzeitig sehen 89 % der Studierenden dringenden Reformbedarf im österreichischen Bildungssystem insgesamt. Der Vorwurf, wir würden keine Reformen wollen, geht also vollkommen ins Leere", erklärt ÖH-Vorsitzende Andrea Mautz.

Die schwarz-blaue Regierung hat in ihrem Reformwahn über die Interessen von knapp 190 000 StudentInnen, die integraler Bestandteil dieser Gesellschaft sind, hinwegentschieden und -regiert. "Die schwarz-blaue Reformkeule zerschlägt die funktionierenden universitären Strukturen. Was bleibt ist ein Weltklasse-Trümmerhaufen", so ÖH-Vorsitzende Anita Weinberger abschließend.

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