Gelbmann: SPÖ-Bauern unterstützen Fischler-Vorschlag zur Reform der Agrarförderung

Kleine- und mittlere landwirtschaftliche Betriebe würden profitieren

Wien (SK) Die SPÖ-Bauern unterstützen den Vorschlag von EU-Kommissar Franz Fischler zur Reform der Agrarförderung, wonach Förderungen künftig pauschal und unabhängig von der bewirtschafteten Fläche und der Anzahl der Tiere ausbezahlt werden sollen. "So wie die Verteilung der Agrarförderung derzeit strukturiert ist, würden derzeit hauptsächlich 20 Prozent an landwirtschaftlichen Großbetrieben profitieren, 80 Prozent aber weitestgehend durch die Finger schauen", erklärte dazu der Bundesvorsitzende der SPÖ-Bauern Josef Gelbmann. Vom Einführen einer Obergrenze würden hingegen kleine Betriebe stärker profitieren, sagte Gelbmann am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Eine Reform der Agrarförderung sei auch deshalb dringend notwendig, um die "flächendeckende Landwirtschaft" in Österreich zu erhalten und kleinen Betrieben eine sichere Existenz zu ermöglichen. "Landwirtschaftsminister Molterer und der Bauernbund sollen sich deshalb diesen sozial gerechten Reformvorschlägen im Sinnen der kleinen und mittleren Betrieben nicht länger verschließen", betonte Gelbmann.

Nach Berechnungen der SPÖ-Bauern wäre eine pauschale Agrarförderung mit den dezeitigen Mitteln des laufenden Agrarbudgets zu finanzieren - eine Aufstockung der Fördergelder sei nicht erforderlich, erklärte Gelbmann. Die SPÖ-Bauern befürchten allerdings, dass eine Rform der Agrarförderung am "Reformunwillen" des Landwirtschaftsministers und des Bauernbundes scheitern könnte. Die SPÖ-Bauern wollen dazu demnächst ein Förderungsmodell präsentieren, wonach auch die landwirtschaftlichen Wirtschaftformen speziell berücksichtigt werden sollen. So soll es spezielle Zuschläge etwa für Biobetriebe, Tierhaltung und Sonderkulturen geben, erklärte Gelbmann abschließend.

Auch eine geplante Deckelung der Marktordnungsprämien hält Gelbmann ebenso wie die geplante Entkoppelung von Produktion und Prämien für richtig. Die SPÖ-Bauern fordern zudem, dass die Agrarbeihilfen an die Arbeitsintensität, mit der die landwirtschaftlichen Leistungen erbracht werden, gekoppelt werden. (Schluss) hm

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