Ungarn - Geheimtip der Woche

Das königliche Schloß Gödöllö

Wien (OTS) - Das größte ungarische Barockschloß wurde einem der mächtigsten Magnaten Ungarns und Vertrauten Maria Theresias, Anton Grassalkovich I., im 18. Jahrhundert erbaut. Es stellte mit seinen prunkvollen Räumen in Weiß, Gold und Rot, den mit Fresken verzierten Zimmern, dem Marmorbad und Blumenhaus, der breiten Reithalle, dem Barocktheater sowie dem riesigen Park eine würdige Repräsentation der aristokratischen Lebensweise jenes Zeitalters dar. Seine hufeisenförmige Architektur diente vielen anderen Schloßbauten der Zeit als Vorbild.

Die Nachkommen stellten das Schloß dem österreichischen Kaiserpaar und ungarischen Königspaar Franz Joseph I. und Elisabeth zur Verfügung. Sisi verbrachte zwischen 1867 und 1916 über 2000 Nächte hier, mehr als in Schloß Schönbrunn und in der Wiener Hofburg zusammen. Hier fand sie Ruhe und Verständnis bei ihren geliebten Ungarn und konnte ihrer frenetischen Leidenschaft, dem Reiten, unbeschwert nachgehen.

Nach dem zweiten Weltkrieg verfiel das prachtvolle Gebäude unweit von Budapest und diente zeitweise als Kaserne, ehe es nach der Wende als erstes der ungarischen Schlösser in beispielloser Privatinitiative von einer gemeinnützigen Gesellschaft, die hauptsächlich aus idealistischen, engagierten jungen Leuten bestand, gerettet wurde.

Heute kann man im zentralen Flügel des barocken Prachtschlosses über 20 Räume wieder besichtigen, unter anderem den Prunksaal sowie die Privatgemächer der Königlichen Familie. Der Barocksaal kann heute ebenso wie Sisis Geheimzimmer für Veranstaltungen in exklusiver Atmosphäre gebucht werden. Ebenfalls zugänglich sind inzwischen fünf Zimmer im Bayrischen Trakt, jenem Teil, in dem Verwandtschaft wohnte, wenn sie zu Besuch war, der Musikpavillon, sowie die königliche Loge in der barocken Schloßkirche, die bis heute gleichzeitig die Pfarrkirche des Ortes Gödöllö ist.
1996 eröffnete das Museum des Schlosses, das eine Dauerausstellung über das Ungarn der Monarchie und das Leben der tragischen Königin zeigt.

Der Ehrenhof wird von den Flügeln des Haupttraktes begrenzt und gewährt vom Café aus einen schönen Blick auf den barocken Park, der mittlerweile ebenfalls teilweise rekonstruiert wurde. Hier finden in den Sommermonaten Konzerte, Festspiele und zahlreiche Veranstaltungen statt, die dem historischen Ambiente gerecht werden.
Einer der Höhepunkte der diesjährigen Veranstaltungen sind die Barocktage im Königlichen Schloß Gödöllö vom 10. bis 11. August aus Anlaß des 250. Jubiläum des Besuches von Kaiserin Maria Theresia, eines der spektakulärsten Ereignisse in der Geschichte des Schlosses. Der Bauherr selbst, Graf Antal I. Grassalkovich, der eine wichtige Rolle am Wiener Hof spielte, lud persönlich die österreichische Kaiserin und ungarische Königin nach Gödöllö ein. Im Rahmen der Jubiläumsfestlichkeiten gibt es barocke Spektakel in historischen Kostümen, Husarenaufmärsche, Fanfarenklänge, , Pferdevorführungen, Falkenjagden, Tanz und Musik, Theater und Unterhaltungen am laufenden Band, Kinderprogramme, Ponyreiten, Märchenerzähler, Straßenmusiker, Gaukler, Hampelmänner, Handwerksmarkt, üppige barocke Leckerbissen wie etwa Ochsenbraten und ein grandioses Feuerwerk.

Informationen: Königliches Schloß Gödöllö. H-2100 Gödöllö. Tel. 0036/28/410124, Fax 0036/28/422077, kastely@mail.c3.hu, http://www.c3.hu/kastely

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