Wiener Grüne/Spekulationsfall 16: Ein ganzes Haus für nur 150.000 Euro verscherbelt

Ellensohn: "Offensichtlich ein Sonderpreis für gute Freunde!"

Wien (Grüne) - "Die Wirtschaftsprüfungskanzlei Consultatio überprüft die Jahresabschlüsse von Wiener Wohnen. Die Consultatio hält 15 % Anteile bei der MIGRA GmbH. Die MIGRA erhält von Wiener Wohnen für 151.200 Euro ein Haus im 9. Gemeindebezirk. Ein Schelm, wer sich dabei schlimmes denkt...," läutet David Ellensohn, Wohnbausprecher der Wiener Grünen, heute den 16. dilettantischen Verkaufsfall eines Städtischen Wohnhauses durch SP-Stadtrat Werner Faymann ein.

Die Eckdaten des sehr günstigen Objekts in der Säulengasse 19:
Grundstücksfläche 382 m², Erdgeschoss plus 4 Etagen, Dachboden wird von der neuen Eigentümerin gerade ausgebaut, Verkaufspreis laut Kaufvertrag: 151.200 Euro.

"Dieses Städtische Wohnhaus wurde offensichtlich im Sonderangebot von der Stadt Wien an sich selbst verkauft. Die MIGRA ist schließlich eine Tochterfirma der ARWAG, diese wiederum steht zu einem hohen Prozentsatz im Eigentum der Stadt Wien. Die Stadt Wien könnte sich eigentlich zum Kauf gratulieren - hätte sie das Haus nicht schon vorher besessen", ärgert sich der Grüne Gemeinderat über die Unverfrorenheit, wie Wiener Wohnen Eigentum aller Wiener und Wienerinnen verschleudert.

Die Säulengasse 19 wird gerade mit öffentlichen Mitteln saniert, am Dach entstehen neue Wohnungen, ein Lift wird eingebaut. Am Haus selbst ist eine Tafel angebracht, auf der die ‚ARWAG Immobilien Verwertung GmbH' als Verantwortliche für die Vermietung der neugeschaffenen Wohnungen ausgewiesen wird. Ellensohn: "Bei einem Anruf an der angegebenen Nummer zeigt sich die Gesprächspartnerin erstaunt, dass da jetzt wer anruft und versucht uns mit für sich sprechenden Aussagen abzuwehren: ‚Da haben wir jetzt gar keine Unterlagen da. Die gibt's vielleicht noch gar nicht. Schreiben's halt einmal ein Brieferl.' Wir befürchten, dass bei der von uns schon oftmals kritisierten Intransparenz bei den Vergaben geförderter Wohnungen in Wien auch die, in der Säulengasse 19 zur Vergabe anstehenden Wohnungen einfach vom Markt verschwinden."

Ellensohn abschließend: "Wiener Wohnen hätte die Maßnahmen, die jetzt durch die ARWAG gesetzt werden, selbst vornehmen können. Es war keineswegs verboten, den Dachboden auszubauen und neue Gemeindewohnungen zu schaffen. Aber nein, das ganze Haus wird zu einem Schleuderpreis, der anderswo für eine einzelne Altbaueigentumswohnung bezahlt wird, verscherbelt. Wo ist die Ausschreibung, warum werden den MieterInnen die Wohnungen nicht zum Kauf angeboten?"

Die Vorgänge rund um die dilettantischen Verkäufe von Städtischen Wohnhäusern durch SP-Stadtrat Werner Faymann müssen aufgedeckt werden. Die Grünen haben das Kontrollamt eingeschaltet.

Genaue Daten und Fotos zu allen Spekulationshäusern finden Sie auf wien.gruene.at

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