Bioenquete 2002

Gründung eines Kompetenzzentrums - Zwischenbilanz Aktionsprogramm Biolandwirtschaft - Biooffensive auf europäischer Ebene mittels eines europäischen Aktionsplans

Wien (OTS) - Gründung eine Kompetenzzentrums für den Biolandbau

Als Reaktion auf die aktuelle Betrugsaffäre im Biobereich stellte Minister Wilhelm Molterer auf der Bio-Enquete die Idee eines neuen Kompetenzzentrums für den Biolandbau vor, das zur neuen Aufgabe der ARGE Bio-Landbau werden soll. Damit will Molterer eine Diskussion über die Weiterentwicklung der Strukturen des Biosektors und der Qualitätssicherung von Biolebensmitteln in Gang setzen. Bis Herbst sollen erste Ergebnisse für ein neues Biokompetenzzentrum am Tisch liegen. "Die ARGE Bio-Landbau greift diese Idee von Minister Molterer auf und geht jetzt in die Konzeptphase", erklärte dazu Mag. Alfons Piatti, Obmann der ARGE Bio-Landbau.

Zwischenbilanz Aktionsprogramm Biolandwirtschaft

Alfons Piatti präsentierte weiters eine halbzeitliche Zwischenbilanz des 3 jährigen Aktionsprogramms, das auf Basis des Strategiepapiers der ARGE-Bio-Landbau entwickelte wurde.

- Österreich konnte seine Position als Bioland Nr. 1 in Europa halten: Mit 9,4% der Biofläche liegt Österreich noch knapp vor der Schweiz mit 9%-Anteil Biofläche, gefolgt von den restlichen EU-Staaten.

- Die Erhöhung der biologisch bewirtschafteten Ackerfläche in drei Jahren um 50% entspricht mit derzeit 80.000 ha der erwarteten Zielsetzung.

- Zahlreiche Maßnahmen zur Stärkung des Biolandbaus befinden sich in Umsetzung oder sind z.t. abgeschlossen: Förderung für Stallbauten, Biosaatgutprojekt, Verankerung des Biolandbaus in Höheren Landwirtschaftlichen Bundeslehranstalten, ein Internetportal für Schüler und Lehrer, die Belieferung von öffentlichen Großküchen mit Bioprodukten.

Nicht umgesetzt sind: Beratung, die Realisierung des Forschungsrahmenplanes und Förderung der Vermarktung von Biomilch

- Die ARGE Bio-Landbau hat einen kurzfristigen Kompromiss mit der AMA gefunden. Allerdings ist die Zukunftsstrategie eines ausreichenden Budgets nicht gesichert. Die ARGE Bio-Landbau kritisiert die nicht zufriedenstellende Trennung der konventionellen und biologischen Werbelinie der AMA.

- Die geplanten marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, um alle erzeugten österreichischen Biolebensmittel (vor allem Milch und Fleisch) als Bioprodukte am Markt zu verkaufen, sind noch nicht zufriedenstellend geschaffen.

Biooffensive auf europäischer Ebene

Als Vorreiter der Biolandwirtschaft hat Österreich eine Verpflichtung, sein Know-how auf europäischer Ebene einzubringen und damit die Chance zum Wachstum der biologischen Landwirtschaft zu nutzen, so Minister Molterer.

Alfons Piatti fordert daher folgende Inhalte für einen Europäischen Bioaktionsplan:

1. Die Biolandwirtschaft soll nicht mehr als Marktnische und als eine von vielen Produktionssektoren des Konventionellen Landwirtschaftssystems gesehen werden, sondern als alternatives, eigenständiges, originäres Landbewirtschaftungskonzept.

2. Ein starkes, klares Werbeprofil für Bioprodukte, das den KonsumentInnen in ganz Europa die Zusatznutzen von Biolebensmitteln klar kommuniziert und eine Unterscheidung zwischen "Bio" und "Nichtbio" leicht erkennbar macht.

3. Klare Auslegung der gesamten EU-Richtlinie für den Biolandbau, um einer möglichen Verwässerung frühzeitig entgegen zu wirken.

4. Ausbau der Bio-Kontrolle im nachgelagerten Bereich: Verarbeiter, Handel.

5. Die Gentechnikfreiheit der Biolandwirtschaft ist im gesamten EU-Raum zu garantieren.

6. Die Forschungstätigkeit ist für die Biolandwirtschaft weiter auszubauen, dafür müssen die entsprechenden finanziellen Mittel bereit gestellt werden.

7. Vermehrte Kooperationen und Kontaktaufnahme mit den Landwirtschaften der Länder der 3. Welt, um das System Biolandbau auch für diese Länder als ein modernes nachhaltiges Landwirtschaftssystem anzubieten und in Diskussion zu bringen. (Stichwort: Solidarität unter Bauern)

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