AK-Tumpel: Uni-Gesetz ist teures und demokratiepolitisch bedenkliches Experiment

AK fordert zukunftsweisende Hochschulpolitik statt Universitätsgesetz 2002

"Mit dem neuen Uni-Gesetz wird Österreich nicht "Weltklasse", sondern nur der Einfluss der jetzigen Bundesregierung und der Wirtschaft auf die Unis gestärkt. Im Gegensatz dazu wird die Mitbestimmung für den Großteil der Uni-Beschäftigten und der Studierenden abgebaut", kritisiert AK-Präsident Tumpel anläßlich der heute von den Regierungsparteien geplanten Beschlussfassung im Nationalrat. Trotz einer Vielzahl an Kritikpunkten wurden nur Details geändert, die propagierten nachträglichen "Verbesserungen" für Studierende decken sich großteils mit dem bestehenden Studienrecht. Zudem ist zu erwarten, dass die ausgegliederten Unis wegen der Mehrkosten finanziell stark unter Druck kommen werden und der Hochschulzugang weiter eingeschränkt wird. Tumpel verlangt erneut die Abschaffung der Studiengebühren, Studiengänge für Berufstätige und Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf.

Österreich hat Aufholbedarf im Hochschul-Bereich

Österreich hat international gesehen einen Aufholbedarf bei der Zahl der Studierenden. So befinden sich beispielsweise nur 18 % der 18-24-jährigen in einer Hochschulausbildung, der EU-Schnitt liegt mit 24 % deutlich höher. Im Sommersemester ist es erneut zu einem Studenten-Rückgang im Uni-Bereich um rund 16 Prozent gekommen. AK-Präsident Tumpel fordert, dass die Bildungsministerin die bestehenden Probleme nicht mit der Uni-Ausgliederung an die einzelnen Unis "abschiebt", sondern gemeinsam mit den Hochschulen für die Lösung der tatsächlichen Probleme sorgt.

Uni-Ausgliederung löst keine Probleme, sondern schafft neue

Durch die geplante Uni-Ausgliederung sind Zugangsbeschränkungen und höhere Studiengebühren zu befürchten. Darüber hinaus führt die Ausgliederung zu Verschlechterungen für die Beschäftigten in Lehre und Verwaltung, zu mehr Abhängigkeit von Aufträgen aus der Wirtschaft und verursacht außerdem Mehrkosten, sagt AK-Präsident Tumpel. Nach wie vor fehlt für den gesamten Uni-Bereich eine seriöse und vollständige Kostenabschätzung. So werden zum Beispiel eigene Medizin-Universitäten durch den Aufbau von Parallelverwaltungen mehr Budget erfordern als bisher.

Tumpel verlangt erneut die Abschaffung der Studiengebühren, Studiengänge für Berufstätige und andere Maßnahmen für eine bessere Vereinbarkeit von Studium und Beruf, eine Verbesserung der Studienbedingungen, damit die vorgeschriebenen Studienzeiten auch tatsächlich eingehalten werden können sowie ein österreichweites Gesamtkonzept für den Universitäts- und Fachhochschulsektor.

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